Multimodale Therapie

Multimodale Therapie

Die Borreliose oder Lyme-Krankheit ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten ausgelöst wird und kann durch die Multimodale Therapie behandelt werden. Die Bezeichnung „Lyme“ kommt aus dem Amerikanischen und ist eine Stadt in Connecticut (USA), wo dieses Krankheitsbild 1975 nach gehäuftem Auftreten von Gelenkentzündungen in Verbindung mit Zeckenstichen beschrieben wurde. Der ErregerBorrelia burgdorferi ist eng verwandt mit Treponema pallidum, dem Erreger der Syphilis. Die Borrelien ziehen sich schon bald nach der Infektion aus dem Blutkreislauf in das Gewebe zurück. Es kann jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen werden. Deshalb spricht man bei dieser Erkrankung auch von einer multisystemischen Krankheit. Die Erkrankung kommt beim Menschen und allen anderen Säugetieren sowie Vögeln vor. Die Übertragung erfolgt vor allem durch den Holzbock, einer Zeckenart, sehr selten auch durch Stechmücken oder Pferdebremse. Durch die Multimodale Therapie ist es möglich gegen die Krankheit anzukämpfen.

multimodale therapieEntdeckung und Namensgebung Multimodale Therapie

Die Bezeichnung Lyme-Borreliose setzt sich zusammen aus dem Namen des Ortes Lyme Connecticut, in dem in den 1970er Jahren die Krankheit erstmals beschrieben wurde, sowie aus der Bezeichnung der Erkrankung als Borreliose, die auf die mikrobiologisch-systematische Einteilung des Erregers zurückgeht. Der Erreger wurde als Borrelia burgdorferi nach seinem Entdecker Willy Burgdorfer, einem Schweizer, benannt, der die Bakterien 1981 in den USA entdeckte.

Multimodale Therapie – Erreger

Von dem krankheitsverursachenden Bakterium Borrelia burgdorferi kommt in den USA im Wesentlichen nur eine einzige Borrelien-Spezies vor. In Europa existieren hingegen sechs verschiedene Typen, die alle für den Menschen krankmachend sein können. Bestimmte Erkrankungsformen, wie beispielsweise die Akrodermatitis atrophicans (ACA), kommen zwar in Europa, aber nicht in den USA vor.

Die sind in Europa vorkommenden Typen sind:

      B. burgdorferi,

      B. garinii,

      B. afzelii,

      B. valaisiana,

      B. lusitaniae und

      B. spielmani (A14S).

Bis auf B. lusitaniae wurden alle Genospezies auch in Zecken in Deutschland gefunden. Die einzelnen Typen gelten auch als unterschiedlich komplement-resistent.

Der Erreger der Lyme-Borreliose ist weltweit verbreitet. In Deutschland gibt es ein Süd-Nordgefälle bei der Durchseuchung des Holzbocks. Während in den nördlichen Bundesländern die Zecken nur etwa zwischen 6 % bis 10 % mit Borrelia burgdorferi durchseucht sind, liegt die Durchseuchungsrate im süd- und mitteldeutschen Raum bei etwa 20 % bis 30 %. Regional liegt die Quote der infizierten Zecken bei bis zu 50 %. Allerdings sind dies nur Schätzungen, da eine genaue Erfassung bisher fehlt. Auch die Pathomechanismen, die den Verlauf der einzelnen Krankheitsmanifestationen erklären und wie dann am besten zu behandeln ist, fehlt.

 Multimodale Therapie – Infektionsrisiko

Lyme-Borreliose ist bei uns die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung. Eine Borrelieninfektion durch Zecken ist – im Gegensatz zu der durch Viren verbreiteten FSME – sogar in Städten möglich und zwar überall dort, wo ein direkter Kontakt mit Büschen und Bäumen in Gärten und Wäldern gegeben ist. Aber nicht jeder Zeckenstich löst eine Borrelieninfektion oder gar eine Erkrankung aus. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts liegt die Wahrscheinlichkeit, bei 1 zu 300. In Hochrisikogebieten dagegen muss allerdings von einer wesentlich größeren Gefahr ausgegangen werden. Was die Zecken selbst anbelangt kann man davon ausgehen, dass ihr Befall mit Borrelien variiert, und zwar von ca. 5 bis weit über 40 Prozent. Im Mittel liegt die Befallsrate in Deutschland bei etwa 20 Prozent, in Teilen  Süddeutschlands aber bei 30 bis 50 %. Rund 70 % aller Erkrankungen treten im Juni bis September auf. Die Gefahr, an der gefährlichen FSME zu erkranken, der zweiten durch Zecken übertragenen Erkrankung, ist etwa 500 mal geringer.

Die Universität Heidelberg hat in einer Studie das Infektionsrisiko nach einem Zeckenstich ermittelt: Hiernach infizieren sich im Durchschnitt drei Prozent aller von Zecken gestochenen Personen. Wird man jedoch von einer mit B. burgdorferi befallenen Zecke gestochen, so liegt die Gefahr, sich zu infizieren, bei 27 -35 Prozent.

Um das Infektionsrisiko nach einem Zeckenstich besser abschätzen zu können, ist es möglich, die Zecke gegebenenfalls auf Borrelienbefall mittels PCR-Untersuchung untersuchen zu lassen. Ein Befall der Zecke mit Borrelien ist jedoch nicht mit einer Krankheitsübertragung gleichzusetzen. Denn die Zecke benötigt für die Übertragung der Borrelien – anders als für das FSME-Virus – einige Zeit. Die Angaben darüber schwanken zwischen 6 und 48 Stunden. Fest steht jedoch: Je länger eine mit Borrelien befallene Zecke gesaugt hat, desto höher ist ein Erkrankungsrisiko. Eine erhebliche Infektionsgefahr besteht auch bei unsachgemäßem Entfernen der Zecke, wenn diese z.B. gequetscht wird. Daher sollten Zecken so schnell wie möglich mit speziellen Pinzetten entfernt werden, die vorzugsweise aus Edelstahl sein sollten.

Ixodes ricinus, auch gemeiner Holzbock genannt, ist einer der Hauptüberträger von Borrelien und somit Überträger von mehr als 50 Krankheiten. Weitere Überträger der Borreliose wie Stechmücken, Bremsen und Milben sind eher unwahrscheinlich. Eine direkte Übertragung (sexuell) der Borrelien von Mensch zu Mensch ist möglich, d.h. erkrankte Personen können in seltenen Fällen Überträger sein. Bei einer infizierten Frau besteht in der Schwangerschaft die Gefahr von Totgeburten oder der Schädigung des ungeborenen Kindes. Eine Übertragung durch Blutprodukte ist zwar grundsätzlich möglich, wird aber bislang als unwahrscheinlich angesehen.

Diagnose

Ein großes Problem für die Diagnose Borreliose ist die laborchemische (serologische) Unterscheidung zwischen einer abgeheilten Borreliose (Seronarbe) von einer noch aktiven therapiebedürftigen Borreliose. Es kommt deshalb häufig zu falsch negativen und falsch positiven serologischen Befunden. Durch diese Verfahren ist es jedoch nicht möglich, den Krankheitsverlauf einer Borreliose zu beurteilen. Es kann natürlich helfen, bei einem entsprechenden Krankheitsbild als Ursache eine Borreliose zu vermuten, aber ob dies ausreicht, eine Behandlung mit Antibiotika zu beginnen, ist fraglich. Genauso kommen falsche negative Ergebnisse vor, d.h. die Serologie ist bei der Lyme Erkrankung nicht zuverlässiger als 50 %. Aufgrund dieser diagnostischen Misere werden gerade in der Frühphase viele Borreliose-Fälle übersehen, denn wie bereits betont werden innerhalb der ersten Wochen nach einer Infektion noch keine messbaren Antikörperspiegel gegen Borrelienantigene gebildet. Hier handelt es sich um eine diagnostische Lücke (= Zeitpunkt von der Infektion bis zur ersten Antikörperproduktion). Daher sollte in Frühstadien nicht das Ergebnis einer Blutuntersuchung abgewartet werden, sondern unverzüglich bei entsprechendem klinischem Verdacht antibiotisch therapiert werden, denn schließlich sind bei einer frühzeitigen Behandlung die Heilungschancen am größten. Eine sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) muss sofort behandelt werden. Auch bei einer floriden Borreliose können Entzündungsparameter wie BKSCRP und andere akute-Phase-Proteine unauffällig bleiben, so dass normale Werte dieser akute-Phase-Proteine (Entzündungsparameter) nicht geeignet sind, eine aktive Borreliose auszuschließen. Neuere Entzündungsparameter wie TNF-α, Il-6, NFkB und CD56/57 sind hier schon zuverlässiger

In späteren Stadien ist die Sensibilität der serologischen Testmethoden (ELISA) in der Regel höher. Sie liegt im zweiten Stadium bei etwa 70 % bis 90 %. Bei einem Verdacht auf eine klinische Neuroborreliose kann versucht werden, durch eine Liquoruntersuchung Klarheit zu bekommen. Falls entzündliche Liquorveränderungen vorliegen und der Nachweis einer borrelienspezifischen intrathekalen Antikörper erbracht werden kann, ist das Vorliegen einer Neuroborrelliose zu bestätigen.[1] Allerdings muss man auch im Liquor bei Vorliegen einer Neuroborreliose mit ca. 30 % falsch negativen Ergebnissen rechnen. Auch ist häufig in Frühstadium der Neuroborreliose oftmals kein Titer im Serum nachweisbar. In diesen Fällen könnte das kürzlich entdeckte Chemokin CXCL13 (ein B-Lymphozyten anziehendes Protein) nützlich sein, da es bereits in Frühstadien der Erkrankung im Liquor von Patienten mit Neuroborreliose deutlich erhöht ist. Nach der bisherigen Studienlage ist die Spezifität dieses Markers mit der intrathekalen Antikörpersynthese vergleichbar. Darüber hinaus sinkt die Konzentration von CXCL13 im Liquor unter Behandlung rasch ab und hilft somit eine aktive Infektion von einer Seronarbe zu unterscheiden.

Bislang ist dieser Marker jedoch noch nicht in der klinischen Diagnostik etabliert, sondern wird nur im Rahmen von Studien (z.B. an der LMU München) untersucht. Auch wenn lediglich eine Beteiligung peripher Nerven vorliegt, kann die Liquordiagnostik negativ sein. In einigen spezialisierten Labors und Instituten wird bei positiver Serologie und fraglicher Erregeraktivität der LTT (Lymphozytentransformationstest) durchgeführt. Ein positives Ergebnis deutet auf borrelienspezifische T-Lymphozyten im Blut hin und unterstützt den klinischen Verdacht auf eine aktive Borreliose. Dass wirklich eine enge Korrelation zwischen einem positiven LTT und der Krankheitsaktivität besteht, ist allerdings bislang in größeren klinischen Studien nicht untersucht. Außerdem wird der LTT von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Der PCR-Nachweis stellt eine weitere Diagnosemethode dar, mit der eine aktive Borreliose festgestellt werden kann. Hier wird aus dem Erreger DNA aufgearbeitet und mittels der PCR-Reaktion ein borrelienspezifisches Fragment vervielfältigt (amplifiziert). Dieser Test ist hochspezifisch, die Sensitivität ist stark abhängig vom untersuchten Körpermaterial z. B im Liquor bei einer Neuroborreliose etwa 20–30 %, in der Synovialflüssigkeit bei einer Lyme-Arthritis und in der Haut bei einer Dermato-Borreliose etwa 70 %. Ein negatives Ergebnis schließt aber keinesfalls eine aktive Borreliose aus.

Differentialdiagnose – Multimodale Therapie

In Abhängigkeit vom Krankheitsstadium ist die Differenzialdiagnose weit gefächert. Es empfiehlt sich, weitere durch Zecken übertragene Erkrankungen und andere Infektionen (BabesioseRickettsioseLeptospiroseBartonellose und andere) auszuschließen.

Die Borreliose kann, ähnlich wie eine Lues, eine Vielzahl von Erkrankungen „imitieren“. Wichtig ist bei neurologischen Beschwerden die zuverlässige Abgrenzung gegenüber einer multiplen Sklerose, um eine schwerwiegende Fehlbehandlung mit Steroiden anstatt mit Antibiotika zu vermeiden. Bei Gelenkentzündungen kommen die aktivierte Arthrose, die rheumatoide Arthritis und andere Gelenkentzündungen in Frage. Eine Abgrenzung der Lyme-Enzephalopathie von einem Chronischen Erschöpfungssyndrom ist häufig schwierig.

Erythema migrans als Folge eines Zeckenstiches mit Borrelioseinfektion am Unterschenkel

Nach einer Infektion kann es zur Bildung von Antikörpern gegen Borrelien kommen, ohne dass es gleichzeitig zu Krankheitssymptomen kommt. Die Serologie kann noch Jahre nach einer ausgeheilten Borreliose positiv sein. Eine sichere Diagnose kann oft nur anhand der Krankheitssymptome, des Krankheitsverlaufs, der Krankengeschichte und der Laborbefunde gestellt werden. Hier hat sich für uns der sogenannte Burroscano Score als sehr wertvoll erwiesen. Es handelt sich dabei um einen Fragebogen mit gezielten Fragen, der ermittelte Score macht dann je nach Höhe eine chronische Borreliose wahrscheinlich. Wenn dann die Serologie auch positiv und die CD56/57 niedrig sind, ist eine chronische Borreliose wahrscheinlich und rechtfertigt bei entsprechenden Leidensdruck ein Therapieversuch.

Manchmal kann in einer solchen Phase ein Behandlungsversuch mit Antibiotika Klarheit bringen. Allerdings besagt das Ansprechen auf die Antibiotikagaben nicht, dass eine aktive Borreliose vorliegt, und umgekehrt belegt ein Nicht-Ansprechen nicht, dass die Krankheit ausgeheilt ist. Welches nun die optimale Therapie gegen Borreliose darstellt, ist umstritten, daher haben wir uns seit Jahren bemüht, einen anderen Weg zu gehen und eine multimodale Therapie für die chronische Borreliose anzubieten, in deren Mittelpunkt die Ganzkörpethyperthermie steht, bei der wir die Körpertemperatur für die Dauer von 120-180 Minuten auf 41,6-41,8°C anheben. Die Idee, die Ganzkörperhyperthermie mit in das Therapiekonzept einzubeziehen, stützt sich auf zwei Fakten: die nachgewiesene Thermolabilität der Spirochäten bzw. der Borrelien und darauf, dass die Borrelien in der chronischen Phase intrazellulär liegen und daher einer Antibiotikatherapie nicht mehr zugänglich sind.

Erste Beweise für die großartige Wirksamkeit einer Thermotherapie bei der chronischen Borreliose  verwandten Lues (Spirochäten Treponema pallidum) hat bereits 1927 der Wiener Arzt und Forscher Wagner-Jauregg erbracht, als er zeigen konnte, dass durch eine regelmäßige Fiebertherapie eine erstaunliche Besserung erreicht werden konnte. Die Ergebnisse waren so eindrucksvoll, dass ihm der Nobelpreis verliehen wurde. (Eine genaue Beschreibung unseres multimodalen Therapiekonzeptes weiter unten).

Klinische Symptome der chronischen Borreliose

In der Regel äußert sich eine Lyme-Borreliose durch schwere Symptome, die sich im Laufe der Jahre verschlimmern. Symptomfreie Latenz-Zeiten sind allerdings möglich. Ein Verschwinden der Symptome bedeutet deshalb nicht, dass die Erreger eliminiert sind. In der Frühphase (Stadium 2) sind die Symptome einer Borreliose einem grippalen Infekt (ohne Husten und Schnupfen) ähnlich. In diesem Stadium kommt es häufig zu Myalgien und Arthralgien, die mit einer Fibromyalgie verwechselt werden können. Diese Symptome werden auch oft nach einer Antibiotikabehandlung nicht mehr beeinflusst. Wenn Symptome wie bei einer Fibromyalgie oder einem Chronic-Fatigue jedoch gleich bleiben und ohne Antibiotikagaben keine Verschlechterung eintritt, muss man eher davon ausgehen, dass die Beschwerden einer chronischen Borrelia burgdorferi zuzuordnen sind, vor allem, wenn in der Vorgeschichte borreliosetypische Leitsymptome aufgetreten sind. Dies gilt auch für andere unspezifische Symptome wie:

      Schüttelfrost,

      Fieber,

      Gelenk- und Muskelschmerzen,

      Erschöpfungszustände und

      Depressionen.

Nach einer durchgemachten Borreliose besteht keine Immunität.

Stadien

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die für die einzelnen Stadien typisch sind. Daneben kann sich die Borreliose aber zusätzlich durch eine Vielzahl von unspezifischen Beschwerden wie:

      Müdigkeit,

      Kopfschmerzen,

      Fieber,

      Nackensteifigkeit,

      Sehbeschwerden,

      Schwindel,

      Übelkeit und Erbrechen sowie

      psychische Veränderungen

manifestieren.

1. Stadium: Lokalinfektion

Ab der Übertragung des Erregers kann es nach einer Inkubationszeit von meist 5 – 29 Tagen zu einer Lokalinfektion der Haut kommen, die mit einem charakteristischen Hautausschlag, dem Erythema migrans(Wanderröte) einhergeht.[6]

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Erythema-motilans.jpg&filetimestamp=20050810233036

Abb.5 Erythema migrans

Das Erythem verschwindet manchmal ohne Therapie, kann aber auch über Monate bestehen. Ein Rückgang des Erythema migrans ist kein Beleg für eine Heilung, da der Erreger gestreut haben kann. Es dehnt sich meist langsam um die Einstichstelle einer Zecke aus. Das Erythema migrans (Wanderröte) ist ein eindeutiges Symptom für eine Borrelieninfektion. Es fehlt allerdings bei mehr als der Hälfte der Erkrankungen. Im ersten Stadium kann die Borreliose noch gut mit Antibiotika (z.B. Doxicyclin) behandelt werden. Notwendig ist jedoch eine ausreichend lange und hoch genug dosierte Therapie. Allerdings gibt es auch hier keine genauen Richtlinien.

2. Stadium: Streuung des Erregers

Nach etwa 4 bis 16 Wochen breiten sich die Erreger im ganzen Körper aus. Die Inkubations- und Latenzzeit kann auch länger sein. Der Patient leidet dann an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, was die Erkennung der Krankheit erschwert. Charakteristisch sind starke Schweißausbrüche. Durch die Ausbreitung im Körper kann es zu einem Befall der Organe, der Gelenke und Muskeln sowie des zentralen und peripheren Nervensystems kommen. Leitsymptome in diesem Stadium sind oftmals ein

      Bannwarth-Syndrom mit starken radikulitischen Schmerzen

      Facialisparese, mit schiefem Gesicht.

      Arthritiden und Myalgien, von Gelenk zu Gelenk springend

      Störungen des Tastsinns,

      Sehstörungen und

      Herzproblemen mit Sinustachykardien, Hypertonie und Karditis.

Das Immunsystem ist in diesem Stadium oft nicht mehr in der Lage, die Infektion zu bewältigen. Borrelien halten sich nur kurz im Blut auf, um sich dann sehr schnell im Bindegewebe festzusetzen. In dieser Phase befinden sich aber auch schon Borrelien intrazellulär. Hier sind sie vom Immunsystem und durch Antibiotika nur schwer zu eliminieren, wohl aber mit Hilfe der Ganzkörperhyperthermie oder dem passiven Fieber. Das gilt besonders für die Neuroborreliose, die zu unterschiedlichsten Erkrankungen der peripheren Nerven und des Zentralnervensystems beiträgt. Es sind vor allem die Toxine, die von den Borrelien freigesetzt werden. Diese Toxine sind lipophil und schädigen besonders Hirn und Nerven. In aller Regel tritt die Neuroborreliose schon in der frühen Erkrankungsphase auf (bis etwa 10 Wochen), in der noch keine Antikörper gebildet wurden. Deshalb sollte besonders in diesem Stadium nicht nur ausreichend Antibiotika gegeben, sondern auch überlegt werden, ob nicht auch eine systemische Ganzkörperhyperthermie zur endgültigen Ausheilung eingesetzt werden sollte. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Befall und der Erkrankungsform. Wir verwenden Tetracycline, Rocephin (Cefatriaxon) und Metronidazol. Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt wird, so kann die Erkrankung fortschreiten und zu bleibenden Organschäden führen d.h. sie wird zur Multisytem-Erkrankung.

3. Stadium: chronische Infektion

Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einer Erregerpersistenz und damit zu einer chronischen Infektion kommen (Spätmanifestation). Das heißt, die Krankheit kommt immer wieder (rezidiviert) oder verschlechtert sich zunehmend. Monate-, aber auch jahrelange symptomfreie Latenzzeiten mit anschließendem Wiederaufflackern der Erkrankung sind möglich. So tritt die Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA) oft erst nach Jahren auf. Es kann auch zu einer chronischen rezidivierenden Lyme-Arthritis mit vielfältigen Krankheitsbildern kommen oder auch zu einem Befall des zentralen und peripheren Nervensystems (Neuroborreliose) mit Polyneuropathie, Borrelien-Meningitis, Lyme-Enzephalomyelitis oder einer Enzephalitis. Ebenso sind chronische Erkrankungen der Sinnesorgane und der Gelenke und Muskeln möglich. Die chronischen Erkrankungen der Gelenke werden Lyme-Arthritis genannt. Es kann aber auch zu einer entzündlichen Bursitis oder Arthrose kommen. Die ACA ist das dermatologische Leitsymptom. Ein Hirnbefall kann auch die Hypothalamus-, Hypophysenfunktion stören, so dass es zu Störungen der abhängigen endokrinen Organen kommen kann wie z.B. Schilddrüse, Nebennierenrinde, Sexualorgane.

Die Erreger können verschiedene Krankheitsbilder auslösen: Während bei einem Teil der Patienten fast nur die Gelenke betroffen sind, kommt es bei anderen hauptsächlich zu neurologischen Störungen. Daneben gibt es auch eine Gruppe von Patienten, die Herzprobleme meist verbunden mit Gefäßentzündungen haben. Mischformen sind möglich. Viele Borreliose Patienten klagen über unerträgliche Erschöpfung, rasche Erschöpfbarkeit und chronische Müdigkeit, die sich auch durch ausreichend Schlaf nicht beseitigen lässt. In der Fachliteratur werden vor allem späte Manifestationen der Lyme-Borreliose beschrieben.

Chronisch rezidivierende Lyme-Arthritis

      Arthritis mit Befall der großen Gelenke

      Tenosynovitis,

      Fasziitis,

      Osteomyelitis,

      Pannikulitis, Daktylitis, Bursitis usw.

      Arthralgien, Myalgien (fibromyalgie-ähnliche Symptome)

Neurologische, neuropsychiatrische Erkrankungen

      Radikulitis spinaler Nerven und Hirnnerven

      Neuritis peripherer Nerven

      Meningitis

      Myelitis

      zerebrale Vaskulitis

      Myositisdermatomyositisartige Verläufe

      EnzephalitisEnzephalopathie (chronic-Fatigue-ähnliche Symptome?)

Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA)

      Stadium Infiltrativum mit ödematösen Schwellungen (Erythromelalgie)

      atrophes Stadium mit zigarettenpapierartiger Verdünnung der Haut

      sklerodermieartige Verhärtung der Haut und fibröse Knoten

Weitere mögliche Spätfolgen

      Post-Treatment-Lyme-Syndrom (Post-Lyme-Syndrom)

      Erkrankung des Herzens: u. a. Myokarditis und Kardiomyopathie

      Erkrankung des Hörsystems, u. a. Tinnitus und Schwerhörigkeit

      Erkrankung der Augen: u. a. UveitisKeratitisEpiskleritis

      Erkrankung der Leber, der Nieren sowie des Magen- und Darmtrakts

      Endokrine Funktionsstörungen (Hypothyreose, Hashimoto), adrenale Erschöpfung, Störung der Sexualhormone (anovulatorische Zyklen, PMS, Sterilität, Libidoverlust etc.).

Therapie

Die Behandlung einer Borreliose stellt aufgrund des unterschiedlichen Organbefalls eine medizinische Herausforderung dar. Die Krankheit kann sehr viele Krankheitsbilder imitieren und veranlasst daher die Patienten sehr häufig den Facharzt für die führenden Symptome aufzusuchen. Dabei dauert es häufig lange, bis die endgültige Diagnose gestellt wird. Die initiale Therapie ist die Antibiotikatherapie. Länge und Dauer richtet sich nach dem Krankheitsstadium, aber insbesondere nach der Krankheitsmanifestation. Je länger eine Borrelieninfektion gedauert hat, umso schwieriger wird es, eine komplette Erregereliminierung der Borrelien durch Antibiose zu erreichen, dann steht unser multimodales Therapie Konzept mit systemischer Ganzkörperhyperthermie zur Verfügung.

Da sich die Erreger sowohl extrazellulär (außerhalb der Körperzellen) als auch intrazellulär (in Zellen des Bindegewebes, des Gehirns, des Nervensystems, des Knorpelgewebe, dem Fettgewebe und der Haut) aufhalten können, hat die Antibiose nur Chancen, die extrazellulären Erreger abzutöten, jedoch nicht die intrazellulären. Die aber werden durch die Ganzkörperhyperthermie erreicht.

Besonders bei den Spätformen der Borreliose (persistierend) halten sich die Erreger meist intrazellulär auf. Man hat zwar in der Vergangenheit versucht, die Zellgängigkeit der Antibiotika zu erhöhen z.B. durch gleichzeitige Gabe von Hydroxychloroquindas einen basischen Zustand in den Zellen herbeiführt und das Eindringen des Antibiotikums in die Zellen unterstützt. Wir erreichen dies aber auch ohne Antibiotika, denn bei der Ganzkörperhyperthermie erreichen wir die Temperatur von 41,6°C über 2 Stunden und führen so den Tod der intra- und auch extrazellulären Borrelien herbei. Antibiotika sind in dieser Phase nur selten effektiv und haben enorme Nebenwirkungen: Sie zerstören die Darmflora, es kann zum Auftreten einer unspezifischen colitis und einem leaky gut kommen, zu Resistenzentwicklung und zu Allergien. Die Ganzkörperthyperthermie hat aber alle diese negativen Wirkungen nicht, sie hat nur positive Wirkungen: Sie vernichtet zuverlässig die Borrellien, erhöht die Immunreaktion und hilft dem Körper während der Hitzephase, enorme Mengen an Giften frei zusetzen und eliminiert sie über Schweiß, Leber, Niere und Haut.

Selbst bei der Lyme-Enzephalopathie, einer schweren Hirnerkrankung, konnte eine aktuelle Studie allenfalls Kurzzeiteffekte durch Antibiotika nachweisen.

Aber alles in allem ist die Antibiotikatherapie bei der Borreliose sehr unbefriedigend und kann besonders in fortgeschrittenen Fällen außer einer vorübergehende Besserung keine endgültige Ausheilung herbeiführen, sodass die Krankheit ihren chronischen Verlauf weiter nimmt, was für viele Patienten ein chronisches Siechtum und vorzeitigen Tod bedeuten kann. Die Ganzkörperhyperthermie in Kombination mit einer Reihe von komplementären Therapie hat keine Nebenwirkungen, sondern nur positive Wirkungen. Es ist daher kaum zu glauben, dass dieses System von Seiten der Schulmedizin skeptisch angeschaut wird und immer die Frage nach Studien gestellt wird. Die aber können erst geliefert werden, wenn genügend lange Erfahrungen vorliegen.

Die bisherigen Erfahrungen: Wir haben immerhin über 800 Patienten behandelt und zwar mit Erfolg unter anderem durch die Multimodale Therapie. Dies aber dürfte reichen, der Ganzkörperhyperthermie den Vorzug zu geben, denn sie nützt aber schadet nicht und ist vergleichsweise preiswert. Die Antibiotikatherapie nützt nichts oder wenig und verursacht erheblichen Schaden: Warum sollte man also eine solche Therapie überhaupt noch in Erwägung ziehen, wenn eine andere wirksame und ungiftige Therapie wie die Ganzkörperhyperthermie zu Verfügung steht?