Mammakarzinom: Zielgenaue Therapie

Neue Untersuchungsmethoden ermöglichen es, besonders aggressive und gefährliche Vertreter des Mammakarzinoms zu erkennen. Das Ziel sind individualisierte, auf den Tumor zugeschnittene Therapien.

Nach jeder Brustkrebsoperation wird der Tumor feingeweblich untersucht. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob sich bereits Tochtergeschwulste, also Metastasen, in den Lymphknoten gebildet haben, sondern auch darum, wie aggressiv der Tumor ist. Daraus ergibt sich, ob die Operation die ausreichende Therapie war, die den Krebs geheilt hat oder ob eine für die Patientin belastende Chemotherapie oder eine Strahlentherapie notwendig ist. Diese Unterscheidung sicher zu treffen, ist eine der größten, ungelösten Probleme des Mammakarzinoms.

Spezifische Zielmoleküle im Tumor angreifen

Dieses Problem könnte durch neuere Tests z.B. dem sogenannten Genprofiling unterstützt werden. Dabei wird nach Genen gesucht, die kennzeichnend für die Aggressivität einer Krebserkrankung sind. Solche Tests gibt es schon und ihr Ergebnis nimmt direkten Einfluss auf die Therapie.

Sie besteht heute - Gott sei Dank - nicht mehr nur in der Gabe von Zytostatika, die ungezielt Tumorzellen zerstören, sondern immer häufiger kommen Medikamente zum Einsatz, die bestimmte Zielmoleküle im Tumor angreifen. Diese Target- Therapie ist auf bestimmte Strukturen der Krebszelle gerichtet. Eine Reihe solcher Stoffe sind bereits für die Therapie zugelassen und haben auch durchaus einen vorübergehenden positiven Effekt, aber auch z.T. heftige Nebenwirkungen. Solange der Blick und das Bemühen auf die Krebsgeschwulst und nicht auf das Milieu um den Tumor und auf den Tumorträger gerichtet ist, wird der endgültige Erfolg ausbleiben und die Suche nach der goldenen Kugel weitergehen, falsche Hoffnungen werden weiter geweckt und viel Geld in die Kassen der Pharmaindustrie gespült.