Wir wissen schon lange, dass spezielle Pflanzenstoffe eine spezielle Antikrebswirkung entfalten können. Viele davon haben wir bereits an anderer Stelle besprochen. Pflanzenstoffe wie die Salvestrole regen beim Menschen ein Enzym an, das Krebs zum Stillstand und sogar zum Verschwinden bringen kann. Dies wurde erstmals von den englischen Professoren Dan Burke und Gerry Potter beschrieben.

Intaktes Immunsystem und bioaktive Pflanzenstoffe

Fakt ist, dass in unserem Körper täglich tausende Krebszellen entstehen, die aber zumeist schnell und effizient abgebaut werden und nicht zur Tumorbildung führen, weil es unserem Organismus gelingt, sich selbst von Tumorzellen zu befreien. Dazu braucht er ein intaktes Immunsystem sowie spezielle, bioaktive Pflanzenstoffe, wie wir sie in Obst und Gemüse aus ökologischem Landbau finden. Salvestrole wird eine ganz spezielle Gruppe von sekundären Pflanzenstoffe genannt, die einen Bestandteil der natürlichen Abwehr der Pflanze darstellen. Sie werden dann besonders gebildet, wenn die Pflanze von Krankheitserregern angegriffen wird. Wird beispielsweise eine Frucht von einem Pilz befallen, produziert die Pflanze an dieser Stelle ein spezifisches Salvestrol, das sich dann in der Schale der Frucht und besonders an der angegriffenen Stelle anreichert. Genau diese Pflanzenschutzstoffe brauchen wir auch in unserer Nahrung, damit sich unser Organismus damit schützen kann, und zwar nicht nur vor Infekten und Parasiten, sondern auch vor Krebs.

Bei Beobachtungen am Menschen konnte gezeigt werden, dass sie nicht nur über eine bessere Gesundheit verfügen, wenn sie genügend Salvestrole aufnehmen, sondern auch weniger häufig Krebs haben. In einem komplexen Therapiesetting kann ein Tumor sogar zum Verschwinden gebracht werden. Fatal ist für uns alle, dass konventionell angebautes Gemüse, Früchte und Kräuter meist mit künstlichen „Pflanzenschutzmitteln“ gespritzt werden und infolge dessen selbst kaum noch Schutzstoffe bilden und daher auch nur noch wenig bis gar keine Salvestrole mehr enthalten. Unsere heutige Ernährung ist daher meist arm an Salvestrolen. Da wir mehr als jede Generation vor uns zunehmender Umweltbelastungen ausgesetzt sind, und die Landwirtschaft uns über das Gemüse und die Früchte zusätzlich mit Umweltgiften belastet, stellt dies für unseren Organismus einen zusätzlichen und gefährlichen Stressfaktor dar. Eine Erleichterung kann ein konsequenter Umstieg auf Vollwertkost oder die gezielte Nahrungsergänzung z.B. mit Salvestrole-Extrakten sein.

Körpereignes Enzym hilft bei der Krebskontrolle

Über den Zusammenhang von Krebs und Ernährung gibt es viel Literatur. Hier hat sich als besonders bedeutungsvoll die ketogene Diät und die Kalorienrestriktion herausgestellt. Aber auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Genistein, Curcumin, Grüner Tee, Resveratrol, Artemisinin u.v.m. haben sich in der primären und sekundären Prävention von Krebs als sehr wertvoll und wichtig erwiesen. Die Professoren Dan Burke und Gerry Potter von der Universität Aberdeen entdeckten in den 90er Jahren einen grundlegenden Mechanismus, wie sich unser Körper gegen Krebs wehren kann. Als Schlüssel dafür fanden sie in Tumorzellen ein neues Enzym, das sie CYP1B1 nannten. Wird dieses Enzym aktiviert, veranlasst es im Körper die Entgiftung von schädlichen Stoffwechselprodukten, körperfremden Giften und krebserregenden Stoffen wie Pestiziden, Umweltgiften und Ähnlichem. Spektakulär dabei ist, dass das CYP1B1- Enzym nur in Krebszellen und in Zellen ihrer Vorstadien finden, nie aber in gesunden Zellen. Zukünftig wird man wohl durch den Nachweis des CYP1B1-Enzyms in Zellen eine Krebserkrankung schon in einem sehr frühen Stadium erkennen können.

Burke geht davon aus, dass das Enzym in den „entarteten“ Zellen als Selbstheilungsmechanismus „eingeschaltet“ wird, um Krebszellen und Gifte abzubauen und auszuscheiden. Damit das Enzym aber gegen die Tumorzellen auch aktiv wird, braucht es einen „Partner“. Man entwickelte zunächst eine synthetische Substanz, die das CYP1B1-Enzym zu einem „Anti-Krebs-Therapeuten“ macht. 2002 fand man aber, dass das vom „Rotwein-Effekt“ bekannte Resveratrol, ein natürliches Phytoöstrogen, das man u.a. in roten Weintrauben, Rotwein, Erdnüssen, Johannisbeeren, Pflaumen, Tomaten und Pinien findet, auch mit dem Enzym CYP1B1 reagiert.

Krebshemmende Salvestrole
Krebshemmende Salvestrole

Seither wurden über fünfzig Partner-Substanzen in Pflanzen gefunden, darunter sind bestimmte Bioflavonoide, Carboxylsäuren und so genannte Stilbene (Phytoöstrogene) und Stilbenoide (dazu gehört Resveratrol), die allesamt in normalem Gemüse, Gewürzkräutern und Obst vorkommen. Auch viele traditionelle Heilkräuter haben einen hohen Gehalt an Salvestrolen. Diesen chemisch so unterschiedlichen Verbindungen ist gemeinsam, dass sie nach Aktivierung durch das CYP1B1-Enzym die Krebszellen vernichten. Sie sind in ihrer Wirkkraft, Aufnahmefähigkeit, Haltbarkeit, Hitzeempfindlichkeit und Wasser- oder Fettlöslichkeit sehr unterschiedlich. Oft sind es bitter oder scharf schmeckende Pflanzenstoffe, die als Salvestrole wirken. Fatal dabei ist, dass genau diese Geschmacksstoffe aus den Gemüsen weggezüchtet wurden, so dass die Pflanzen nur wenig Salvestrole bilden können. Pflanzen mit in der Regel höherem Salvestrol-Gehalt aus ökologischem Landbau sind z.B. Artischocken, Spargel, Brunnenkresse, Rauke, Spinat, Kürbis, Oliven, Johannisbeeren, Äpfel, Hagebutte, Erdbeeren, Salbei, Minze, Löwenzahn, Wegerich, Mariendistel, Odermennig, Zitronenverbene und Rooibos-Tee.

Biologischer Anbau macht den Unterschied

Um einen besseren Schutz vor Krebserkrankungen zu erreichen ist es also ratsam, dem Körper durch den Verzehr unverarbeiteter, biologisch angebautem Gemüse, Früchte und Gewürzkräuter mehr Salvestrole zuzuführen. Schonende Zubereitungen des Gemüses für den Erhalt der Salvestrole sind Dampfgaren und Wok. In der Regel sind Salvestrole recht hitzestabil, werden aber vom Kochwasser ausgelaugt. Mittlerweile gibt es auch schon spezielle Konzentrate aus biologisch angebautem Gemüse oder Obst, die aufgrund ihres hohen Gehalts an Salvestrol ausgewählt wurden. Eine Punktebewertung zeigt dabei den Gehalt an Salvestrolen je Kapsel an und reicht von 350 Punkten bis 2000 Punkten. Zur Gesunderhaltung benötigt man ca. 100 Punkte. Für eine therapeutische Wirkung sollte man aber entsprechende Kapseln mit 2000 bis 4200 Punkte täglich einnehmen. Bei schweren Erkrankungen kombinieren wir die Salvestrol-Wirkstoffe idealerweise noch mit einem Multivitaminpräparat und ergänzenden Mikronährstoffen wie Biotin, Niacin, Vitamin C, Magnesium und Selen. Zusammen mit einer vermehrten Sauerstoffaufnahme entweder durch körperliche Bewegung oder Sauerstoffatmung, besonders durch die IHHT, können so die Salvestrole einen bedeutsamen Beitrag zur Genesung von Krebserkrankungen leisten.

Positive Beeinflussung des Krebsgeschehens durch die richtige Ernährung und durch Pflanzenstoffe.

Tatsächlich ist die Wirkbreite der Salvestrole erstaunlich: In Laborversuchen konnte ihre positive Wirkung auf Tumorzellen, die aus Gehirn-, Brust-, Prostata-, Mastdarm-, Eierstock-, Hoden- und Lungengewebe stammen, gezeigt werden. Auch gibt es positive klinische Ergebnisse. Wir selbst konnten solche Beobachtungen wiederholt bei unseren Patienten machen.

Zusammenfassung: Wie die Natur mit Krebs fertig wird.

Salvestrole sind wirkungsvolle Pflanzenstoffe, die Tumorpatienten neue Hoffnung geben können. Sie sind ein natürlicher Bestandteil des pflanzlichen Immunsystems, der auch im menschlichen Körper äußerst positive Wirkungen entfalten kann. Hinweise aus der Forschung zeigen, dass eine gesunde Ernährung, die genügend Salvestrole enthält, dem Krebs vorbeugen, das Krebsrisiko senken und bereits Erkrankten bei der Genesung helfen können. Frische Bio-Lebensmittel, insbesondere reifes Obst und Gemüse – vor allem rote und grüne Sorten – enthalten genügend Vitalstoffe und damit auch Salvestrole, um Krankheiten abzuwehren. Salvestrole in konzentrierter Form gibt es auch als Nahrungsergänzungsmittel, die vorbeugend wirken beziehungsweise die Heilung unterstützen. Wissenschaftlich untersuchte Fallbeispiele zeigen, dass viele Patienten damit wieder gesund geworden sind. Ein zukunftsweisender neuer Ansatz – klar, faktenreich und anschaulich dargelegt.

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