Die Neuraltherapie ist ein Verfahren der Integrativen Schmerztherapie, das den gesamten Organismus im Blick behält:

  • Behandlung chronischer Schmerzen
  • Entzündungsherde werden aufgespürt
  • ein lokal angewandtes Betäubungsmittel verspricht langfristige Besserung
  • die Selbstheilungskräfte des Körpers werden angeregt

Was versteht man unter der Neuraltherapie – und wie wirkt sich ein Störfeld aus?

Die Neuraltherapie als Verfahren der Integrativen Schmerztherapie hat ihren Ursprung in der Schulmedizin. Sie legt den Gedanken zu Grunde, dass der gesamte Organismus von einzelnen sogenannten Störfeldern, wie etwa Entzündungen, beeinträchtigt werden kann.

Das Verständnis für Störfelder ist daher der zentrale Angelpunkt der neuraltherapeutischen Behandlung. Jede chronische Erkrankung kann durch ein solches verursacht werden, indem es mittels des vegetativen Nervensystems und anderer Mechanismen Auswirkungen auf den gesamten Körper hat. Dabei muss das Störfeld selbst keine nennenswerten Beschwerden verursachen. Jede Köperstelle, die chronisch entzündet ist, kann dabei zum Störfeld werden und krankmachende Reize in andere Körperregionen aussenden. Solche Störfelder können zum Beispiel Narben, chronisch entzündete Kieferhöhlen, abgestorbene oder eitrige Zähne sowie chronisch entzündete Mandeln sein.

Das Störfeld stellt eine permanente Reizquelle für den Organismus dar, die ihn unter Dauerstress setzt und zu Beschwerden führen kann – häufig an bereits geschwächten Bereichen des Körpers. Da diese auch weit entfernt von der ursprünglichen Reizquelle liegen können, werden sie meist nicht mit ihr in Verbindung gebracht, was eine herkömmliche Therapie erschwert. Aus diesem Grund sollte bei jeder chronischen Erkrankung sowie bei einer nicht anschlagenden herkömmlichen Therapie ein Störfeld in Erwägung gezogen werden. Im Rahmen der Neuraltherapie kommt es dann oft zu einem durchschlagenden Therapieerfolg.

Bei welchen Beschwerden kann eine Neuraltherapie helfen?

  • Schlafstörungen
  • Wetterfühligkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen – und steifigkeit
  • Nervosität und Depressionen
  • chronische Müdigkeit
  • chronische Schmerzen sowie chronische Erkrankungen der inneren Organe
  • fehlendes Ansprechen der Beschwerden auf bisherige Therapiemethoden
  • funktionelle Beschwerden
  • zur Prävention und Gesundheitserhaltung

Wie sieht die Behandlung genau aus?

Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Anamnese, in der der behandelnde Arzt sich über Vorerkrankungen, Beschwerden und eventuelle operative Eingriffe des Patienten in der Vergangenheit informiert. Dabei werden auch scheinbar unbedeutende, bereits in Vergessenheit geratene Vorkommnisse, wie zum Beispiel alte Narben nach zurückliegenden Verletzungen, erfragt, da sie für das aktuelle Krankheitsgeschehen von Bedeutung sein können. Durch Abtasten der Haut und der Muskulatur werden Regulationsstörungen festgestellt, die wegweisend für den Therapieansatz sind. Zur genauen Abklärung werden zudem Röntgen- sowie Laborbefunde vorheriger Untersuchungen benötigt.

Ist der Ursprung der Beschwerden gefunden – das sogenannte Störfeld – kann die Therapie beginnen. Dafür werden kleine Mengen an Betäubungsmitteln (Lokalanästhetika) an die entsprechende Stelle gespritzt. Dies geschieht ambulant. Unter Einsatz feinster Nadeln wird die Behandlung relativ schmerzarm durchgeführt. Der Erfolg beruht dabei nicht auf der betäubenden Wirkung des Mittels, sondern darauf, übergeordnete Regelkreise des Körpers zu beeinflussen. Denn Schmerzen haben häufig komplexe Ursachen. Der Grund ist die enge Verschaltung verschiedener Körperregionen (Segmente) über Nervenbahnen im Rückenmark. Die Segmenttherapie wendet daher die Neuraltherapie innerhalb eines speziellen Körpersegments an, wobei gestörte Funktionen reguliert, die Durchblutung und Reizübertragung sowie Muskelverspannungen gelöst werden.

Die Therapie mit lokalen Anästhetika ist sehr gut verträglich und kann mit jeder schulmedizinischen Behandlung kombiniert werden. Die Neuraltherapie unterstützt dabei die Wirksamkeit von begleitenden
Behandlungen, wie etwa einer Physiotherapie oder Akupunktur.

Wie viele Behandlungen sind nötig?

Je nach Krankheitsbild und Ansprechen auf die Behandlung können eine einzige Therapieeinheit oder mehrere Sitzungen für eine anhaltende Beschwerdefreiheit nötig sein. Bei chronischen Beschwerden werden in der Regel mehrere Behandlungen für einen dauerhaften Therapieerfolg angesetzt.

Wer trägt die Kosten für die Therapie?

Manche privaten Krankenkassen übernehmen das Honorar. Die gesetzlichen Krankenkassen decken dies nicht ab. Die Kosten richten sich nach dem therapeutischen Aufwand und liegen je nach Körperbereich zwischen 20 und 50 Euro pro Injektion.