Enzyme sind natürliche Substanzen, die Stoffwechselvorgänge im Körper steuern und beschleunigen. Für das Immunsystem sind Enzyme von zentraler Bedeutung: Sie steuern das Gleichgewicht zwischen aktivierenden und hemmenden Immunreaktionen, mit denen der Körper auf Krankheitserreger, Verletzungen oder schädliche Umwelteinflüsse reagiert. Meistens spielen dabei Entzündungsprozesse eine große Rolle: Bei weitaus mehr Krankheiten als bisher vermutet sind Entzündungsvorgänge beteiligt. Dies hat die jüngste Forschung gezeigt.

Enzyme haben antientzündliche Wirkung.

Enzyme können den Ablauf einer Entzündung beschleunigen und gleichzeitig Schwellungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen reduzieren. Dies geschieht unter anderem über die Modulation von Zytokinen. Das sind Botenstoffe, die wie Hormone und Neurotransmitter funktionieren und die für die Kommunikation zwischen den Zellen eines Organismus sorgen.

Ihre antientzündliche Wirkung erklärt auch das breite Einsatzspektrum von proteolytisch hochaktiven Enzymgemischen, das wir zum Beispiel in Opti Enzym finden.

Bei vielen Indikationen unterstützen Enzyme den Körper, sich selbst zu helfen:

  • Entzündungen bei rheumatischen Erkrankungen
  • Entzündungen im HNO-Bereich
  • Entzündungen der Atmungsorgane
  • Entzündungen der Harn- und Geschlechtsorgane
  • Entzündungen der Venen und Lymphgefäße
  • Entzündungen nach Verletzungen
  • Entzündungen der Haut
  • Ödeme entzündlichen Ursprungs

In nationalen und internationalen Forschungsprojekten werden intensiv Möglichkeiten der Enzymtherapie erforscht. So konnte nachgewiesen werden, dass es mit einer zusätzlichen Enzymtherapie gelingen kann, die nebenwirkungsreichen Schmerzmittel (NSAR) in der Dauertherapie von Rheuma zu reduzieren. Enzyme werden zunächst zusätzlich zum Rheumamittel eingenommen. Bei einer aktivierten Arthrose empfiehlt sich eine hohe Enzymdosierung.

Nach einer zweiwöchigen Enzymtherapie gehen Entzündungen und Schwellungen nachhaltig zurück und eine deutliche Linderung der Schmerzen ist spürbar. Durch einen verbesserten Blutfluss werden Gelenke und Muskeln wieder ausreichend mit lebenswichtigem Sauerstoff, Nährstoffen und Wärme versorgt.

Mit der fortschreitenden Linderung kehrt eine lang vermisste Beweglichkeit ins Leben zurück. Durch eine begleitende Enzymtherapie können zum einen die Schmerzen, zum anderen jedoch auch die Dosis des Rheumamittels reduziert werden. So kann durchschnittlich auf mindestens ein Drittel der Dosis verzichtet werden. Damit gelingt es gleichzeitig, mit einer Enzymtherapie das Risiko für die gefährlichen Nebenwirkungen der NSAR zu senken.

Enzymtherapie bei Krebs

Eine schwere oder lange Tumorerkrankung führt zu einer Schwächung des Immunsystems. Gerade dann wird das komplexe Netzwerk unserer Immunabwehr in besonderem Maße strapaziert, obwohl es gleichzeitig besonders gebraucht wird. So ist mittlerweile erforscht, dass Krebszellen mit Hilfe bestimmter Strategien dem Immunsystem entkommen können; Sie entwickeln spezifische Mechanismen, mit denen sie die Zellen des Immunsystems täuschen und diese von ihrer zielgerichteten Arbeit ablenken können.

Tarnmechanismen der Krebszellen: pathogene Immunkomplexe

Bereits 1932 vermuteten Freund und Kaminer bei ihren Experimenten, dass im Blut krebskranker Menschen ein Hemmstoff, ein sogenannter „blocking factor“, vorhanden sei. Der verhindere, dass die Krebszellen vom Immunsystem angegriffen und vernichtet werden. Heute nimmt man an, dass diese „blocking factors“ mit bestimmten Immunkomplexen identisch sind, die bei einer Krebserkrankung in erhöhter Konzentration im Blut nachweisbar sind. Diese Immunkomplexe interpretiert man als ein „Tarn- oder Escape-Mechanismus“ der Krebszelle. Die Immunkomplexe werden von der Krebszelle selbst produziert und haften an ihrer Oberfläche. Sie bestehen aus löslichen Antigenen.

Antigene sind Substanzen, die der Organismus als fremd erkennt und gegen die das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern vorgeht. Das Immunsystem beginnt nun, die Antigene, die die Krebszelle im Übermaß ausgeschüttet hat, zu bekämpfen. Dazu lagern sich die Antikörper des Immunsystems mit den Antigenen der Tumorzelle zusammen, sodass größere Immunkomplexe entstehen. Diese Zusammenlagerungen aus Tumorantigenen und Antikörpern werden vom Immunsystem (zum Beispiel von den T-Lymphozyten) jedoch als Feind markiert.

Somit wird das Immunsystem in seinen Aufgaben fehlgeleitet, denn es konzentriert sich nun mehr auf die Bekämpfung dieser Immunkomplexe als auf die Zerstörung noch lebender Krebszellen. Letztere können sich somit unangefochten ausbreiten.1

Weitere Tarnmechanismen: Fibrinhüllen

Ein weiterer „Escape-Mechanismus“ der Krebszellen besteht darin, dass sie die Bildung von Fibrin, einem Endprodukt der Blutgerinnung, anregen. Sie können sich deshalb mit einer Hülle von Fibrin umgeben. In dieser können Krebszellen verborgen und vom Immunsystem unerkannt bleiben.

Außerdem hat die raue Fibrinhülle die Eigenschaft, an Gewebestrukturen anhaften zu können. Bei einer Krebserkrankung ist eine solche Anhaftung von Krebszellen besonders gefährlich, denn sie begünstigt die Entstehung von Tochtergeschwülsten (Metastasen).

Enzyme, die Spezialisten in der Krebsbehandlung

Es ist sinnvoll, bei einer Krebserkrankung eine Kombination verschiedener Enzyme einzusetzen. So erhält man ein breites Wirkungsspektrum. Die Enzyme Papain, Trypsin und Chymotrypsin unterstützen gezielt das Immunsystem, indem jedes der Enzyme bei der Krebsbehandlung eine spezielle Rolle einnimmt. Es ist wissenschaftlich untersucht, wie sich die Einzelenzyme bzw. die spezielle Enzymkombination auf die verschiedenen Aspekte des Immunsystems auswirken.2

Papain ist sehr gut geeignet, pathogene Immunkomplexe zu spalten. Auch Chymotrypsin hat auf diesem Gebiet seine Stärke. Sowohl Papain und Chymotrypsin sind in der Lage, das Risiko zu verringern, dass sich die Krebszellen auch an anderen Orten im Organismus festsetzen und dadurch Tochtergeschwülste entwickeln.

Das Enzym Trypsin kann die natürlichen Killerzellen und die Fresszellen des Immunsystems aktivieren, welche Abfallprodukte und nicht-gesunde Zellen beseitigen. Gleichzeitig trägt es dazu bei, zu verhindern, dass sich die Tarnmechanismen der Krebszellen ausbilden.

Lebenszeit: verbesserte Prognose zum Verlauf der Krebserkrankung mit Enzymen

Zusammenfassend ergibt sich aus diesen Wirkungen der Enzyme ein großer Nutzen für den Krebspatienten:

  • Enzymkombinationen haben sich in verschiedenen Studien im Einsatz in bestimmten Stadien von Brustkrebs, Dickdarmkrebs sowie beim multiplen Myelom als zusätzliche Therapie zur onkologischen Primärtherapie bewährt.
  • Die Überlebenszeit der Patienten, die das Enzymkombinationsprodukt eingenommen haben, verlängerte sich. Ebenso verzögerte sich das Auftreten neuer Tumoren und Tochtergeschwülste deutlich.3

 

Anmerkungen

  1. Douwes, v. Hattem: Nährstoffe, Bausteine für ein gesundes Leben, S. 65 – 102.
  2. Douwes, v. Hattem: Nährstoffe, Bausteine für ein gesundes Leben, S. 65 – 102.
  3. A. Sakalová et al.: Survival analysis of an adjuvant therapy with oral enzymes in Multiple Myeloma patients, British Journal of Haematology, 102, 1998, S. 353.