4-Methylumbelliferon (4-MU) wird in Deutschland vor allem bei Gallenproblemen seit vielen Jahren als Spasmolytikum angewendet. Es wurde unter dem Markennamen „Cholespasmin“ verkauft, wegen der geringen Nachfrage allerdings im vergangenen Jahr vom Markt genommen. In der Zwischenzeit konnten wir durch intensive Forschung mehr über die Wirksamkeit von 4-MU in der Krebsbehandlung herausfinden.

Was genau macht 4-MU?

4-MU ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das die Tumor-Mikroumgebung stärkt, die Tumorgefäße umbildet und vor allem in Kombination mit einer Immunotherapie eine Anti-Tumor-Wirkung aufweist. Noch wichtiger ist jedoch, dass es die Hyaluronsäure-Synthese hemmt.1

4-Methylumbelliferon ist außerdem ein wirksames nicht-toxisches, oral chemopräventiv therapeutisches Mittel. Große Bedeutung kommt deshalb auch seiner Wirksamkeit bei Prostatakrebs zu: Die Prävention und Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs (PCa) durch ein nicht-toxisches Mittel wie 4-MU kann die Langzeitergebnisse verbessern, während gleichzeitig die Lebensqualität erhalten bleibt.

Hemmung der Hyaluronsäure-Synthese durch 4-MU

Hyaluronan (HA) ist bei vielen chronischen Entzündung ein bedeutender Bestandteil der extrazellulären Matrix, einschließlich Typ-1-Diabetes (T1D), multipler Sklerose und zahlreichen malignen Erkrankungen. Jüngste Veröffentlichungen über verschiedene Tierversuche zeigen eine vorteilhafte Wirkung bei diesen Erkrankungen, wenn die HA-Synthese unter Verwendung von 4-MU gehemmt wird.

Bemerkenswerterweise ist 4-MU ein bereits zugelassenes Medikament in Europa und Asien: Unter dem Namen Hymecromone wird es zur Behandlung von biliären Krämpfen eingesetzt.

  • verringert Gefäßdichte und Proliferationsrate (P < 0,0001)
  • verhindert vollständig / inhibiert Skelettmetastasen im PC3-ML / Luc + Modell und das DU145-Tumorwachstum (85-90% Hemmung, P = 0,002)
  • reguliert ebenfalls HA-Rezeptoren, PI-3K / CD44-Komplex und Aktivität, Akt Signalisierung und β-Catenin Werte / Aktivierung, aber reguliert GSK-3-Funktion, E-Cadherin und Apoptose Effektoren statistisch signifikant nach oben (P < 0,001 ); HA Addition oder mAkt Überexpression gleichen diese Effekte aus
  • ist ein wirksames nicht-toxisches, oral chemopräventiv therapeutisches Mittel, das PCa Entwicklung, Wachstum und Metastasenbildung anvisiert durch Annullierung der  HA Signalisierung

4-MU zur Behandlung von Prostatakrebs

Prostatakrebs wird weitgehend aufgrund des Vorkommens eines Proteins im Blut, des prostataspezifischen Antigens (PSA), diagnostiziert. Etwa 70 Prozent der Patienten mit Prostatakrebs überleben mehr als 10 Jahren nach Heilbehandlungen. Patienten mit niedrigem Risiko oder Low-Volume-Krankheit können sich für eine aktive Überwachung entscheiden. Bei einer solchen wird die Operation oder Bestrahlung hinausgezögert, bis die Krankheit fortschreitet. Jedoch rezidivieren etwa 30 Prozent der Patienten innerhalb von zwei bis acht Jahren. Im Rezidivfall ist die Krankheit sehr aggressiv und metastasiert in den späteren Stadien in die Knochen, was zu Morbidität und Mortalität führt. Die aktuell verfügbaren Behandlungen hierfür sind nur palliativ für metastasierenden Prostatakrebs.

Da Prostatakrebs jedoch eine langsam fortschreitende Erkrankung ist, lautete unsere Hypothese, dass er auf Präventionsstrategien mit einer Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln und lokaler transurethraler Hyperthermie ansprechen sollte. Bei frühzeitiger Anwendung sollte dies die Krankheit bezwingen und bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Lebensqualität die Überlebensrate steigern.

Eines der Medikamente, die wir unseren Patienten nach der transurethralen Hyperthermie verschreiben, ist 4-MU. Es hat bei Prostatakrebszellen eine Anti-Krebs-Wirkung. Da es nicht toxisch ist und auch häufig zur Verbesserung der Lebergesundheit und Gallenblasenfunktion genommen wird, ist 4-MU das beste Mittel zur Prävention.

4-MU hemmt die Synthese von Hyaluronsäure (HA), einem Zuckerpolymer. Die Moleküle der HA-Familie fördern das Wachstum von Krebszellen in Prostata und Blase sowie ihre invasive Aktivitäten in benachbarte Gewebe und induzieren die Angiogenese. 4-MU stoppt diese Prozesse durch die Hemmung der HA-Synthese. Es ist daher ein ausgezeichnetes Medikament zur Nachsorge im Anschluss an die transurethrale Hyperthermie und Sekundärprävention.

4-MU ist mit einem spezifischen Rezept in unserer Manufaktur-Apotheke erhältlich.

 

Anmerkungen

  1. Vgl. Mariana Malvicini, Esteban Fiore, Valentina Ghiaccio, Flavia Piccioni, Miguel Rizzo, Lucila Olmedo Bonadeo, Mariana García, Marcelo Rodríguez, Juan Bayo, Estanislao Peixoto, Catalina Atorrasagasti, Laura Alaniz, Jorge Aquino, Pablo Matar und Guillermo Mazzolini