Das Wort Hyperthermie stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß Überwärmung (hyper: oberhalb, über und thermos: die Wärme). Man wendet das Verfahren an, um Krebszellen und/oder Bakterien im Körper natürlich abzutöten.
Bei der extremen GKHT (Ganzkörperhyperthermie) hebt man die Körpertemperatur durch äußere Wärmequellen auf 41.6°C bis 42.4°C an und hält diese Temperatur dann über 60- 90 Minuten.

Die Entwicklung der Hyperthermie

Die heilende Wirkung des Fiebers ist schon seit der Antike bekannt. Nach hochfieberhaften Infekten war oft eine Besserung von vielen chronischen Krankheiten erkennbar. Deshalb schickte man viele Patienten in malariaverseuchte Gebiete, damit sie sich dort eine fieberhafte Infektion zuziehen. Im Jahr 1881 entdeckte Fehleisen den Erysipelerreger. In den folgenden 40 Jahren erzeugte man durch Coley’s Bakterienlysate künstliches Fieber. Allerdings kam es zu hohen Sterberaten bei den Patienten. Dafür gab es zwei Gründe: Man konnte während der künstlich hervorgerufenen Infektion den Temperaturverlauf nicht steuern. Und es herrschten sehr schlechte hygienische Verhältnisse. Aus diesen Gründen nahm man von der Methode wieder Abstand.

Spätestens mit der Anwendung verschiedener Antibiotika ab ca. 1950 verdrängte die moderne Medizin die positive, unspezifische Abwehrreaktion des Fiebers während einer Erkrankung. Fieber wurde  über einen langen Zeitraum hinweg als Krankheit angesehen, die man  mit Antipyretika und Antibiotika unterdrückte.

Erst Ende des letzten Jahrhunderts fand ein Umdenken zum Stellenwert des Fiebers statt. Damals erkannte man erstmals die Grenzen der heutigen Medizin wie beispielsweise nicht kontrollierbare Infektionen aufgrund von Antibiotikaresistenzen oder die Suche nach neuen Wegen in der Tumortherapie.