Lithium ist ein alkalisches Mineral, das zur gleichen Familie wie  Natrium und  Kalium gehört. Schon in der Antike wurde es zur Bekämpfung von Manien eingesetzt.

Anwendung bei vielen Beschwerden

Auch heute noch verwendet man Lithium, unter anderem zur Behandlung von manisch-depressiver Psychose bzw. bipolare Depression. Lithium hat sich hier als besonders wirksam erwiesen.

Das Mineral wird aber auch erfolgreich in einer Reihe von anderen Fällen angewendet:

  • bei sich wiederholenden unipolaren Depressionen
  • bei Serotoninmängeln, die zwanghafte und Entzugserscheinungen hervorrufende Verhaltensweisen verursachen (Hilfe durch Lithium z. B. bei Zigaretten- und Alkoholentzug)
  • bei Ödemen und Natriumüberschuss
  • zur Schmerzminderung bei Migräne

Allerdings werden die Arzneimittelformen von Lithium (Citrat oder Carbonat) schlecht durch den Organismus absorbiert, sodass man sie in sehr großen Mengen – am Rande der Toxizität – zuführen muss, damit sie wirksam werden. Zudem begünstigt Lithium in hohen Dosen die Freisetzung von Dopamin und ruft eine Verdüsterung der Stimmung hervor.

Lithiumorotat zur Stimulierung der Serotoninsynthese

Die Verwendung in niedrigen Dosen hingegen stimuliert die Synthese von Serotonin und verleiht einen antidepressiven Effekt. Genau dies ist bei Lithiumorotat der Fall. Das Lithiumsalz der Orotsäure, das Lithiumorotat, entwickelt so auf bedeutende Weise die Bioverfügbarkeit von Lithium und ermöglicht in 70 bis 80 Prozent der Fälle von bipolaren Depressionen eine Verbesserung der Stimmung.

Wir verdanken die ersten Studien zu dieser Entdeckung und die Nutzung der „Orotat”-Salze meinem Freund Dr. Hans Nieper. Während seiner langjährigen Präsidentschaft in der DGO war ich viele Jahre lang sein Vizepräsident. Leider ist er früh verstorben, wir hätten noch viel von ihm lernen können.

Bei Lithiumorotat handelt sich um das Mineralsalz der Orotsäure, welche Pflanzen und Tiere verwenden, um ihre DNA und RNA zu synthetisieren. Nieper setzte die Orotate bereits in den 1980er Jahren klinisch ein. Er vermutete, dass diese Salze einfacher die Zellmembranen durchdringen können. Seine Hypothese wurde später wissenschaftlich bestätigt: Die Orotate fungieren in der Tat als Transporter von Mineralstoffen in Zellen und Gewebe. Sie ermöglichen, in situ höhere Konzentrationen zu erreichen, sogar unter Verwendung von bis zu zwanzig Mal niedrigeren Dosen.

Anwendung von Lithiumorotat

Die Anwendung von Lithiumorotat ist in verschiedener Form möglich. Da wissenschaftlich belegt ist, dass es unsere Neuronen (Nervengewebe) schützt, ist es sehr nützlich bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder multipler Sklerose. Zudem kann Lithiumorotat, und natürlich nur das Orotat, auch bei chronischen Kopfschmerzen, zur Unterstützung bei Epilepsie und als Hilfe bei Alkoholentzug als Medikament eingesetzt werden. Positive Effekte wurden außerdem auch bei Diabetes Typ II durch den positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, bei der Stimulierung des Immunsystems und durch seine antivirale Wirkung (Herpes simplex) beobachtet.

Lithium

Die Anwendung von Lithiumorotat in einer Dosierung zwischen 125–200 mg ist einfach und frei von Nebenwirkungen. Wegen der zahlreichen positiven Wirkungen stellt dies sicherlich eine empfehlenswerte Nahrungsergänzung dar, die sich sehr positiv auf den Erhalt unserer Gesundheit auswirkt.

Dosierung

Lithium Orotat 125 mg/Tag

Erwachsene nehmen täglich ein bis zwei Cellulosekapseln mit einem großen Glas Wasser ein.

Lithiumorotat ist apothekenpflichtig. Erhältlich ist es jedoch nur in Apotheken, die es selbst herstellen, so zum Beispiel in der Apotheke St. Georg in Bad Aibling.