Eine neue medizinische Richtung gewinnt immer mehr an Bedeutung: die sogenannte mitochondriale Medizin. Kann sie dabei helfen, chronisch-degenerative Erkrankungen zu vermeiden oder sogar erfolgreich zu therapieren? Das Prinzip der auf Mitochondrien fokussierten Medizin ist jedenfalls so einfach und logisch, dass man sich wundert, warum sie in Deutschland erst jetzt an Bedeutung gewinnt. In den USA ist die mitochondriale Medizin bereits seit 1988 anerkannt.

Mitochondriale Medizin – eine längst fällige Richtungskorrektur in der Medizin

Was sind Mitochondrien? Es handelt sich dabei um Zellorganellen, die für unsere Zellen den Energiehaushalt sicherstellen. Sie erzeugen mit Sauerstoff aus der Blutbahn und mit Hilfe von Zuckermolekülen aus der Nahrung Energie in der Zelle. Diese wird in Energieeinheiten (ATP) gespeichert. Benda erkannte bereits 1897: „Das Leben einer jeden Zelle ist in den Mitochondrien verankert.“

Mitochondrien: Könige der Zelle

Bisher war man der Ansicht, die Mitochondrien seien der DNA, unserer Erbinformation, untergeordnet. Dies ist nach neuerer Grundlagenforschung als folgenschwerer Irrtum in der Medizin und Biologie anzusehen. Es mehren sich immer mehr Anzeichen, dass die Mitochondrien die eigentlichen Regenten der Zelle sind. So stellte man an der Uni Jena fest, dass die Mitochondrien mit starker Vermehrung des Zellwachstums reagieren, wenn man die Energiegewinnung künstlich stört. In umgekehrter Weise konnte man bei Dickdarmkrebszellen von Mäusen das Tumorwachstum stoppen, indem man den Mitochondrien einen besseren Energiestoffwechsel ermöglichte, also den Krebs quasi unter Zwangsbeatmung stellte1.

Neueren Forschungen zufolge sind Mitochondrien aus Archebakterien hervorgegangen. Sie besitzen eine eigene DNA und sind die ältesten Bewohner unseres Planeten. Mitochondrien sind mit einer Übereinstimmung von 99 % mit der DNA von Archebakterien identisch. Die Archebakterien sind demnach in die ersten Einzeller (Eukaryonten) eingewandert und haben dadurch erst leistungsfähige, komplexere mehrzellige Organismen möglich gemacht.

Nach H. Kremer und durch die Forschung der Universität Jena 2, gibt es genügend Hinweise, dass die Zelle (auch die menschliche) auf die Funktion der Mitochondrien angewiesen ist. Es wirkt sich fatal aus, wenn Mitochondrien über längere Zeit widrigen Umständen ausgesetzt sind.

Was den Mitochondrien schadet:

Mitochondrien sind anfällig für Sauerstoff- und Nährstoffmangel, Schwermetallvergiftungen sowie Schädigungen durch Kohlenmonoxyd und Stickoxyd. Auch die Einnahme von Antibiotika wirkt sich negativ aus: Diese soll unter Anderem auch die Mitochondrien der anvisierten Bakterien zerstören, doch leider zerstören die Medikamente dabei auch die Mitochondrien unserer Zellen. Da Mitochondrien nur etwa 80 Erneuerungszyklen durchlaufen können, ist die häufige Einnahme von Antibiotika deshalb als sehr kritisch zu bewerten.

Wenn es den Mitochondrien nicht gut geht, dann schalten sie auf eine Energiegewinnung ohne Sauerstoffverwertung um. Dies wird als anaerobe Glykolyse (Gärung) bezeichnet3. Fatalerweise können die Mitochondrien bei längerem Stresszustand der Zelle entweder die Apoptose oder die Zellvermehrung einleiten. Dies funktioniert über Botenstoffe, die die Mitochondrien an den Zellkern aussenden. Diese beiden Mechanismen können aktiviert werden, wenn die Mitochondrienaktivität auf circa 35 Prozent absinkt.

Um sich die Größenordnungen dieser Prozesse vorzustellen, sollte man wissen: Die Zellen beim Menschen können 1.500 bis 2.000 Mitochondrien enthalten. Wenn diese die Zellvermehrung anregen, können den Ergebnissen der Universität Jena zufolge „Krebszellen“ entstehen.

Warum regen Mitochondrien die Zellvermehrung an?

Im Notfall ordnen Mitochondrien das Wohlbefinden unserer Zellen ihrem eigenen Überleben unter, um so die eigene Art zu erhalten. Dies ist die Strategie der sogenannten Archebakterien, die sich seit Millionen von Jahren an schwefelhaltigen Vulkankegeln am Meeresgrund entfaltet haben. Deren Widerstandsfähigkeit ist enorm: Sie können dort Temperaturen von weit über 100 Grad Celsius überleben.

Doch wie konnte dort, in über 1.000 Meter Tiefe, wo niemals Sonnenlicht hinfällt, Leben entstehen? Die Archebakterien haben einen Trick benutzt: Sie produzieren ihr eigenes Licht. Die aktiven Substanzen in den Mitochondrien absorbieren über die sogenannte Atmungskette Licht. Dies tun auch viele Elemente, die die Mitochondrien nutzen, wie zum Beispiel Schwefel.

Was haben diese Erkenntnisse mit moderner Medizin zu tun?

Scheinbar unbemerkt von der konventionellen Medizin sind inzwischen über 400 Krankheiten als Mitochondrienfehlleistung charakterisiert. Es gibt viele Indizien, dass auch bei bösartigen Erkrankungen eine Optimierung der Mitochondrienaktivität durch gezielte Nährstoffergänzungen eine drastische Verbesserung in der Erkrankung bringt. Viele Therapien wie Frischzellanwendungen, homöopathische Mittel und Phytotherapeutika können hierbei helfen, wenn man sie zum Beispiel in hohen Dosen verabreicht. Diese „Ökonomisierung“ der Zelle erfolgt über die Mitochondrien und führt zu einer Verbesserung der Gesundheit der Patienten.

Mitochondrien und die Produktion von Stickoxyd (NO)

Eine weitere wichtige Leistung der Mitochondrien ist die Produktion von Stickoxyd (NO). Dieses Gas dient nicht nur dazu, um auf Zellebene Bakterien, Viren und Krebszellen abzuwehren, sondern es ist auch ein wichtiger Botenstoff. Die Erkenntnisse hierzu sind noch relativ jung: Erst 1998 wurde dafür der Nobelpreis verliehen.

Als Botenstoff ist Stickoxyd in der Lage, den Blutdruck zu senken und die Blutgefäße zu erweitern. Ein Mangel in der Stickoxydproduktion kann deshalb auch erhöhten Blutdruck und Erektionsstörungen beim Mann verursachen.

Zudem trägt die Produktion von Stickoxyd zur Abwehr von Krankheitserregern (zum Beispiel gegen HIV) bei. Evolutionär reichte diese Art der Abwehr aus, bis sich höhere Organismen bildeten, die dann auch von Parasiten, also mehrzelligen Erregern wie Würmern, gefressen wurden. Da die Stickoxydproduktion allein nun nicht mehr genügte, entstand bei den höheren Organismen mit den weißen Blutkörperchen und den Antikörpern nun eine neue Struktur der Immunabwehr. Ein Mangel in der Stickoxydproduktion bedeutet ein Überwiegen von TH2-Immunzellen, die für die Antikörperabwehr zuständig sind und auch Autoimmunerkrankungen begünstigen.

Eine Störung in der Menge der Stickoxydgase wird auch erreicht, wenn schwefelhaltige organische Verbindungen in den Zellen fehlen. Diese schwefelhaltigen Thiole erneuern die Stickoxyde und sind im Stickoxydhaushalt unabdingbar. Die Bedeutung von Thiolen im menschlichen Körper ist bereits weitgehend bekannt. Thiole binden Schwermetalle, sie entgiften also unseren Körper (siehe hierzu MSM – Methylsulfonylmethan). Wir finden das Thiole-bildende MSM unter Anderem in der Zwiebel, in Knoblauch und in Senf.

Zusammenfassung: die Bedeutung der Mitochondrien

Wir können festhalten:

  • Mitochondrien sind die wichtigsten Organellen der Zellen.
  • Sie unterstützen durch ihre Stickoxydproduktion die Körperabwehr.
  • Ein Mangel an Stickoxyd erhöht auf längere Sicht die Gefahr von Allergien und Autoimmunkrankheiten.
  • Stickoxyd ist zur Regulation der Blutgefäße unbedingt notwendig. Fehlt Stickoxyd über längere Zeit, kann der Blutdruck steigen.
  • Es sind über 50 Nährstoffe bekannt, welche die Mitochondrien unbedingt benötigen.
  • Ohne Q10 produzieren sie keine Energie.
  • Mitochondrien steuern auch die Proteinbiosynthese (Eiweißherstellung der Zellen).
  • Krebs ist eine Mitochondrien-bedingte Erkrankung (Mitochondriopathie). Die Krebsbehandlung muss sich deshalb in erster Linie daran orientieren, die Mitochondrien zu regenerieren.
  • Bei Patienten mit Schlappheit und Müdigkeit (Burnout-Syndrom) müssen die Mitochondrien behandelt werden.
  • Mitochondrien sind gerade für den Leistungssport von zentraler Bedeutung.

Seit der Entdeckung der Bedeutung von Mitochondrien und ihrer DNA für unsere Zellen und damit für unsere Gesundheit4 rücken diese Zellorganellen immer mehr in den Mittelpunkt der medizinischen Forschung.

Der Mensch besitzt zwei unabhängige Erbsubstanzen.

Wie bereits erwähnt, sind Mitochondrien dafür zuständig, die Zelle mit Energie zu versorgen. Da die Mitochondrien entwicklungsgeschichtlich eigenständige Lebewesen (Bakterien) waren, bevor sie mit den Zellen eine Symbiose eingingen, weisen sie eine vom Zellkern unterschiedliche Erbsubstanz auf. Daher besitzt der Mensch zwei unabhängige Erbinformationen: die menschliche DNA und die mitochondriale DNA.

Die mitochondriale DNA ist mit 16.569 Genbausteinen wesentlich kleiner als die Erbsubstanz des Zellkerns mit über 3 Milliarden Bausteinen. Die mitochondriale Erbsubstanz ist jedoch viel anfälliger für Sauerstoffradikale als die gut geschützte Erbsubstanz des Zellkerns. Hinzu kommt, dass der Gen-Reparaturapparat in den Mitochondrien schlecht ausgebildet ist. So addieren sich mitochondriale Schäden im Laufe des Lebens, was die Leistung der Mitochondrien kontinuierlich minimiert. Sinkt die Energieleistung der Mitochondrien, so lässt auch die Kraft der Zellen im Organismus nach.

Wir altern und erkranken somit vorrangig in den Mitochondrien. Muskelkraft, Nervenleistung, Sehkraft und Hautelastizität lassen je nach Intensität und Dauer der mitochondrialen Schädigung nach.

Antioxidantien: Schutz vor oxidativem Stress durch freie Radikale

Bei der Produktion von ATP, also bei der Gewinnung von Energie in den Mitochondrien, entstehen unter Anderem Sauerstoffradikale. Diese können die mitochondriale DNA ebenso wie alle anderen Strukturen der Zelle schädigen. Dadurch entstehen stressbedingte, chronische und degenerative Krankheiten wie Rheuma, Diabetes, Allergien, Hautkrankheiten und Krebs. Der Alterungsprozess und viele degenerative Erkrankungen der Nerven, der Muskeln und der Haut sind Radikal-induzierte Prozesse.

Will man jung und gesund bleiben, gilt es also vor allem, die Mitochondrien in den Muskeln, in den Nerven, in der Haut und in den inneren Organen vor Sauerstoffradikalen zu schützen. Glücklicherweise zeigt uns die Natur Wege, wie wir das bewerkstelligen können.

Antioxidantien: das Schutzsystem der Zellen

Die Zellen haben gegen freie Radikale, die in den Mitochondrien oder durch Strahlung entstehen, mit verschiedenen Antioxidantien ein äußerst wirksames Schutzsystem entwickelt. Den Hauptschutz vor freien Radikalen erhält man aus Nahrungsmittel und den darin enthaltenen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Das Zusammenwirken der Antioxidantien wird auch als antioxidatives System bezeichnet. Je nach Intensität und Dauer der Stressbelastung variiert auch der Bedarf an Antioxidantien. Welche Gefahr unserem Organismus durch Sauerstoffradikale droht, lässt sich messen, indem man die antioxidative Kapazität bestimmt.

Leider verlieren unsere Nahrungsmittel heute durch überdüngte oder ausgelaugte Böden, durch Frühernten, lange Transportwege und Bestrahlung immer mehr an Wert. Das zwingt uns, mit Supplementierungen zu unterstützen. Hieraus hat sich die orthomolekulare Medizin entwickelt, die eine immer bedeutendere Rolle spielt. Vitamin C, Jod, Calcium und Selen sind bekannte Beispiele von Stoffen, die heute regelmäßig supplementiert werden müssen.

Maßnahmen zum Schutz der Mitochondrien

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, um die Mitochondrien zu schützen:

Die meisten der hier genannten Stoffe können von Euro Nutrador B.V. bezogen werden. Eines der wichtigsten Stoffe ist das Coenzym Q10 bzw. die Ubichinone, da sie essentiell für die Energie- und Membranbildung der Mitochondrien sowie der Zellen sind. Das Coenzym Q10 sorgt für den Elektronentransport. Vitamin E, Vitamin C und Ubichinon Q10 in den Membranen sind für den Schutz der Mitochondrien von großer Bedeutung. Bei zu wenig Vitamin C oder Ubichinon Q10 und Vitamin E kommt es unter anderem zu einer Schwächung des Immunsystems, zu einem verminderten Schutz der Nervenzellen und zu einer Reduktion der Stressfähigkeit. Es kann auch zu einem Nachlassen der Muskelkraft, der Nervenleistung und der Hautelastizität führen.

Die Bedeutung der Antioxidantien einerseits und der Enzyme andererseits wurde in der Medizin bisher stark unterschätzt. So konnte bei der Tagesfliege durch eine vermehrte Bildung von Superoxyddismutase (SOD) eine Lebensverlängerung von einem auf zehn Tage erzielt werden. Man stelle sich vor, was das für den Menschen bedeuten könnte! Umgekehrt wird bei Diabetikern die SOD „verzuckert“ und damit wirkungslos. Teilweise erklärt dies auch die Entwicklung schwerer diabetischer Spätschäden.

Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel

Die Mitochondrien zu schützen, ist somit eminent wichtig. Die erste merkliche Schädigung kann sonst bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auftreten. Es empfiehlt sich daher ein dauerhafter und den Belastungen angepasster Verzehr antioxidativer Nahrungsergänzungsmittel. Dies ist wesentlich, weil Antioxidantien nicht nur Radikale abfangen, sondern darüber hinaus weitere wichtige vitale Funktionen haben, welche bei einer eingeschränkten Versorgung mit Antioxidantien eingeschränkt werden.

Zu den wichtigsten Antoxidantien gehören:

Ubichinon Q10

89 Prozent unserer Energie wird mit Q10 produziert, es ist also lebenswichtig. Wird Q10 verbraucht, so lässt die Energiebildung im Körper massiv nach und auch die Zell-zu- Zell-Kommunikation wird gestört. Das Isoprenyl im Ubichinon Q10 sind die effektivsten Hydroxyl-Radikalfänger überhaupt. Mit Ubichinon Q10 lässt sich die Zelle deshalb am wirkungsvollsten schützen.

Isopren

Isopren selbst ist ein Gas, das alle Pflanzen abgeben, um nicht zu „schwitzen“. Das Gas säubert unsere Atmosphäre und schützt uns so vor Hydroxyl-Radikalen in der Atemluft.

Vitamin C

Vitamin C in Kombination mit Bioflavonoiden ist ein hochpotentes wasserlösliches Antioxidans. Es ist wichtig für die Funktion des Hypothalamus und des Immunsystem, für die Nerven, die Kollagenbildung, die Neurotransmitterbildung, den Cholesterinstoffwechsel und auch für die Bildung von Hormonen und Enzymen. Außerdem schützt es vor der Eiweißverzuckerung in den Blutgefäßen.

Natürliches Vitamin E

Natürliches Vitamin E (Alpha- bis Gamma-Tocopherol) ist ebenfalls ein hochwirksames fettlösliches Antioxidans. Es sitzt auf der Zellmembran und schützt die Zelle vor Radikalen. Dabei oxidiert es jedoch und wird unwirksam, darum sollte es nur in Kombination mit seinen Recyclern Ubichinon Q10, Vitamin C und/oder Selen genommen werden.

OPC – das natürliche Antioxidans

Oligomere Procyanidine oder Proanthocyanidine (OPC) gehören zur Gruppe der Flavanole. J. Masquelier entdeckte sie 1955 und wies nach, dass OPC in den Kernen und Schalen von  Weintrauben vorkommen. Der Umstand, dass Südfranzosen eine höhere Lebenserwartung als der europäische Durchschnitt haben, ist deshalb laut Prof. Dr. Masquelier weniger auf ihre besondere Lebensführung als vielmehr auf den hohen Konsum von Anthocyanidinen in Rotweintrauben zurückzuführen.

Jedoch sind Traubenkernextrakte kein OPC und Polyphenole keine Proanthocyanidine. OPC gehört zur großen Gruppe der (sekundären) Pflanzenstoffe, den Polyphenolen. Sie sind jedoch ein kleinerer und spezieller Bestandteil davon. Die bloße Angabe „Traubenkernextrakt“ bzw. des Polyphenolgehalts sagt somit wenig über den tatsächlichen Gehalt an reinem OPC aus.

Wichtig: Angabe von Traubenkernextakt, Polyphenolen, Proanthocyanidinen und reinem OPC

Wenn man sich für ein OPC-Produkt entscheidet, sollte man daher darauf achten, dass der Anteil an Traubenkernextakt, Polyphenolen, Proanthocyanidinen und reinem OPC ausgewiesen ist. OPC kann vom menschlichen Körper nicht selbst produziert werden, daher muss es ebenso wie Vitamin C mit der Nahrung von außen zugeführt werden. OPC findet sich in unterschiedlicher Konzentration in nahezu allen Pflanzen, besonders konzentriert jedoch in Schalen und Kernen. Da jedoch gerade diese in technologisierten Produktionsprozessen meist aussortiert werden, kann die zusätzliche Einnahme von OPC für den Menschen sehr nützlich sein.

Oft werden „OPC-haltige“ Produkte angeboten, bei denen der OPC-Gehalt jedoch nicht angegeben ist. Man sollte sich daher über die tatsächliche Menge an reinem OPC und nicht etwa nur über die Menge an Traubenpulver oder Proanthocyanidinen informieren. Denn OPC ist nicht gleich OPC! Auch wenn der OPC-Gehalt ausgewiesen wird: Sicherheit über die Qualität gibt nur der ORAC-Wert. Um ein ausreichendes antioxidatives Potenzial im Körper aufzubauen, wird vom USDA Human Nutrition Research Center on Aging eine Aufnahme von 4.000 bis 5.000 ORAC-Einheiten pro Tag empfohlen.

OPC ist ein wasserlösliches Antioxidans, das die Hirn-Blut-Schranke überwinden kann und damit auch im Gehirn aktiv wird. Es erreicht circa 45 Minuten nach der Einnahme seine höchste Konzentration im Blut und wird innerhalb von circa 72 Stunden verbraucht. OPC wirkt entgiftend. Es verdoppelt die Widerstandsfähigkeit der Blutgefäße bereits nach 24Stunden, harmonisiert und regeneriert den Zellstoffwechsel und hilft damit bei vielen chronischen und degenerativen Krankheiten wie Krebs oder Darmentzündungen.

MSM (Methyl Sulfonyl Methane)

MSM ist ein lebensnotwendiger, multifunktioneller Naturstoff. Es erhöht die Fluidität der Zellmembranen und ist ein hochpotenter Ausleiter von Schwermetallen und Toxinen aus der Zelle. Methylsulfonylmethan (MSM) ist ein hochwirksames Antioxidans und ein lebenswichtiger Bestandteil von Enzymen und Immunglobulin. MSM ist schmerz- und entzündungshemmend. Es ist wichtig für den Knorpelaufbau und die Bildung von Haaren und Nägeln. MSM besetzt die Schleimhautrezeptoren und ist damit ein wirksames Antiallergen.

L-Carnosin: Verlängerung der Lebensdauer von Zellen

Carnosin ist eine Substanz, die derzeit in Medien und Wissenschaft für Aufregung sorgt. Die Rede ist von einem natürlichen Agens, welches das Potential hat, Zellalterungsprozesse zu verlangsamen, indem es Proteine und Lipide schützt und regeneriert. Carnosin vermag die Lebensspanne der Zelle zu verlängern. Es ist ein natürlicher Bestandteil der Nahrung und ein dabei multifunktionales Dipeptid aus den Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin.

Unser Körper besteht weitestgehend aus Proteinen. Die Veränderung und Schädigung dieser Proteine gilt als eine der Hauptursachen für das Altern: Unglücklicherweise neigen die Proteine während ihres Alterungsprozesses durch Oxidation und Wechselwirkungen mit Zuckern oder Aldehyden zu destruktiven Veränderungen. Die typischen Alterungsmerkmale wie Faltenbildung der Haut, degenerative Prozesse der Augen sowie neurodegenerative Veränderungen sind Ausdruck davon. Die veränderten Proteine häufen sich dabei im Körper an.

Carnosin hat sich in Laboruntersuchungen an der Zelle als effektiver Schutz gegen all diese Formen unerwünschter Proteinmodifikation erwiesen. Es besitzt die Fähigkeit, Zellen in einem späten Stadium ihres Lebenszyklus in ihrem Aussehen und ihrer Lebensspanne zu „verjüngen“. Von Wissenschaftlern wird Carnosin deshalb als von Natur aus multipotent (antioxidativ, antiglycosilierend, aldehydlösend, metallchelierend) beschrieben. Wir können Carnosin also auf unterschiedliche Weise nutzen.

Besonders hohe Werte an Carnosin finden sich in den Muskelzellen (Myozyten) sowie in den Nervenzellen (Neuronen), die beide zu den langlebigen Zellgruppen gerechnet werden. Während viele Nahrungsergänzungsmittel nur auf einige wenige Alterungsmechanismen gerichtet sind, zeigt sich Carnosin als die wohl vielversprechendste Entdeckung, seit vor fast zwanzig Jahren das Coenzym Q10 eingeführt wurde.

Carnosin unterstützt die Zelle auf verschiedenen Ebenen. Es verlängert die Lebensspanne der Zellen (Zellverjüngung) und erhöht die Gedächtnisleistung. Nutzen können wir es unter anderem auch bei degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.

Curcumin – das Pigment aus Gelbwurz

Gelbwurz enthält das Pigment Curcumin, das sich in Untersuchungen an Tieren als wirksam gegen Darmkrebs erwiesen hat. Bhaumik Patel et al. prüften den Effekt von Curcumin auf Darmkrebszellen in Kombination mit dem Chemotherapeutikum 5-Fluorouracil (5-FU) bzw. 5-FU plus Oxaliplatin (FOLFOX). Die mit bis zu 73 % stärkste Wachstumshemmung erreichte die Kombination aus Curcmin und FOLFOX. Das Curcumin-Pigment fördert dabei den programmierten Zelltod der Krebszellen.

Der Wirkmechanismus beruht auf einer bis zu hundertprozentigen Hemmung der Aktivierung verschiedener Wachstumsfaktor-Rezeptoren wie etwa EGFR oder Her-2 und Her-3. Außerdem werden weitere wichtige Signalmoleküle wie etwa Akt inaktiviert. Der synergistische Effekt dieses nicht-toxischen Pigments aus der Gewürzpflanze könnte daher die Therapie von Darmkrebs verbessern.

Oleuropeosid aus dem Olivenblatt

Die Heilwirkungen von Olivenblättern waren bereits im alten Ägypten bekannt. Der hierin enthaltene Wirkstoff ist Oleuropeosid, der den Olivenbaum besonders vor Schäden durch Insekten und Bakterien schützt. Es handelt es sich bei Oleupeosid um eine Cholin-ähnliche Substanz, die bei arteriellem Bluthochdruck und Herzklopfen angewendet wird. Die Blätter sind aber auch reich an Kobalt und Mangan, die helfen können, den Blutdruck zu senken. Das in den Blättern enthaltene Jod reguliert die Tätigkeit der Schilddrüse. Die Schilddrüse wiederum stimuliert den Stoffwechsel und die Dynamik des Herz-Kreislauf-Systems. Gleichzeitig können Olivenbaumblätter entwässernd wirken, weshalb ihr Extrakt auch zur schonenden Behandlung bei Wassereinlagerungen (Ödemen) eingesetzt wird. Oleuropeosid ist darüber hinaus ein sehr wirksames Antioxidans.

In vielen Studien hat sich gezeigt, dass Oleupeosid verschiedene Bakterien, Giftstoffe und sogar Viren abtöten oder zumindest in ihrem Wachstum hemmen kann. So empfiehlt sich seine Anwendung bei einer Vielzahl von Erkrankungen: bei Erkältungen, Grippe, Epstein-Barr-Virus, Enzephalitis, Herpes I und II, Herpesvirus 6 und 7, Herpes zoster (Gürtelrose), chronische Müdigkeit, Hepatitis B, Lungenentzündung, Tuberkulose, Gonorrhoe, Malaria, Dengue, Bakteriämie, Blutvergiftungen bis zu Infektionen an Zähnen, Ohren, den Harnwegen oder nach Operationen. Olivenblattextrakt wirkt zusammen mit Q10, DCS und Opti Immun wie ein natürliches und dabei nebenwirkungsfreies Antibiotika.

EGCG (Epigallocatechingallat) in Grünem Tee

Auch EGCG ist ein natürlicher und ausgesprochen wirksamer Wirkstoff. Grünteeblätter sind reich an Polyphenolen. Das sind natürliche Antioxidantien, die auch in Gemüsen, frischem Obst, Rotwein und dunkler Schokolade zu finden sind. Beim Aufbrühen verleihen die Polyphenole dem Grüntee seinen herben und bitteren Geschmack. Ein wichtiges Polyphenol des grünen Tees ist die Gruppe der Flavonole, überwiegend in Form der Catechine. Epigallocatechingallat (EGCG) ist mengenmäßig das wichtigste Catechin, welches auch als aktivster Inhaltsstoff in grünem Tee angesehen wird.

Epidemiologische Studien und zahlreiche Tierversuche haben gezeigt, dass grüner Tee eine gewisse Schutzwirkung gegenüber Lungen-, Brust- und Prostatakrebs sowie anderen Tumoren hat. Grüner Tee wirkt auch vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Epigallocatechin-3-gallat (kurz: EGCG) gehört zur Stoffgruppe der Catechine und bildet den Hauptbestandteil in grünem Tee. Pro 100 Gramm grünen Tees sind 9 bis 13 Gramm EGCG enthalten. EGCG besitzt eine starke antioxidative Wirkung und verhindert, dass für Oxidation empfindliche Stoffe durch freie Radikale zerstört werden. EGCG schützt diese Stoffe, indem es die freien Radikale abfängt.

Grüner Tee von Euro Nutrador B.V. ist gereinigtes EGCG (mindestens 94 % im Trockenzustand) und eine potente und natürliche Quelle für all die wichtigen Polyphenole im grünen Tee.

Zink-Gluconat

Zink-Gluconat ist unter anderem beteiligt an der Synthese des antioxidativen Enzyms Superoxiddismutase (SOD). Es schützt (zusammen mit Vitamin C) vor Virenvermehrung und oxidativem Stress. Darüber hinaus ist es wichtig für die Bildung von über 200 Enzymen, die Zeugungsfähigkeit, Herz-Kreislauf, Leber und Niere, die Wundheilung und Anderes.

Selenmethionin

Selenmethionin ist beteiligt an der Steuerung der Schilddrüsenfunktion (Dejodase), an der Mikrozirkulation (Prostaglandin E1) und ist in das antioxidative Enzym Glutathionperoxidase eingebaut. Auch für die Fertilität des Mannes spielt es eine wichtige Rolle. Selen wirkt krebshemmend und schützt das Herz-Kreislaufs-System.

Chrom-Piccolinat

Das 3-wertige Chrom (Chrom-Picolinat) ist – in organisch gebundener Form – in biologischen Systemen die stabilste und verträglichste Form. Chrom-Picolinat hat einen messbaren, regulierenden Effekt auf den Glukose- und Fettstoffwechsel des Körpers. Es hat eine zentrale Funktion in der Steuerung der Insulinproduktion und aktiviert die Zellen des Abwehrsystems.

DCS (7-Desoxicholsäure)

Desoxycholsäure (DCS) ist eine seit über 100 Jahren bekannte körpereigene, sekundäre Gallensäure. Tritt im Körper eine lokale Entzündung oder Tumorbildung mit bestimmten Spezifikationen auf, so aktiviert Desoxycholsäure unmittelbar vor Ort einen starken initialen Abwehrschub.

Boswellia serrata (Weihrauch)

Die Boswelliasäure ist ein wirksamer Entzündungshemmer (siehe hierzu auch: Boswellia serrata). Sie blockiert gezielt die Leukotriensynthese, woraufhin die Entzündungen zurückgehen. Boswelliasäure ist in der Lage, zu starke Immunreaktionen zu dämpfen (sog. Immunmodulation). Boswellia serrata wird empfohlen bei rheumatischen Erkrankungen, Immunproblemen, Hirntumoren etc.

Zusammenfassung

Die Anzahl und Unversehrtheit der Mitochondrien bestimmen die Leistungsfähigkeit der einzelnen Zellen, der Organe und auch des gesamten Körpers. Obwohl Mitochondrien permanent Gefahr laufen, geschädigt zu werden, verfügt die Natur gleichzeitig auch über wirkungsvolle Schutzmechanismen, die wir nutzen können: Vitamine, Mineralstoffe und andere Nahrungsergänzungen.

 

Anmerkungen

  1. vgl. Lit. 1: Ristow et al.: Human Molecular Genetics, 14/24, 3857–3864, 2005
  2. Prof. Ristow zur Verbrennung von Krebszellen von innen, vgl. Lit. 1: Ristow et al.: Human Molecular Genetics, 14/24, 3857–3864, 2005
  3. Die Grundlagen hiervon wurden schon in den 1920er Jahren durch den Nobelpreisträger Otto Warburg erarbeitet und 1931 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Unverständlicherweise fristet die Mitochondrienforschung seither jedoch ein relatives Schattendasein.
  4. vgl. R. Luft 1962 und D. Wallace 1988