1. Einleitung

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Vitamin C geht weit über die Bekämpfung von Erkältungskrankheiten und Grippe hinaus. Es hat eine ausgesprochen effektive Wirkung bei fast allen virusbedingten Erkrankungen wie Poliomyelitis, Virushepatitis, Viruspneumonie, Masern und Mumps etc, aber auch bei bakteriellen Erkrankungen wie Typhus, Diphtherie und Tetanus. Vitamin C ist ein potentes Antioxidans mit positiver Wirkung auf das Herz- Kreislauf System, die Knochen, die Nieren und die Lunge etc. Besondere Bedeutung hat Vitamin C in der komplementären Tumortherapie.

Als Einzelsubstanz appliziert, verstärkt Vitamin C die traditionellen Therapien besonders bei Infektionskrankheiten enorm. Wichtig ist aber, dass Vitamin C

  1. in der richtigen Form
  2. in der richtigen Technik
  3. in der richtigen Dosierung
  4. in der richtigen Frequenz
  5. in Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten
  6. für eine ausreichend lange Zeit

gegeben wird.

Es gibt nur wenige Krankheiten, deren Verlauf durch die Einnahme von Vitamin C nicht positiv beeinflusst wird. Es gibt auch selten Gründe, einem Patient nicht gleich höhere Dosen Vitamin C zu geben.

Leider nehmen viele Menschen viel zu wenig Vitamin C, da sie die vielfältige Wirkung von Vitamin C auf unsere Gesundheit nicht kennen. Viele nehmen sogar fälschlicherweise an,dass die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen 75 – 90 mg alsTagesdosis ausreichend seien. In Wirklichkeit ist diese Dosis nur dazu geeignet, die Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut zu vermeiden, aber nicht, um eine optimale Gesundheit zu gewährleisten.

Vor mehr als 30 Jahren erkannte der Nobelpreisträger Linus Pauling bereits die außerordentliche Bedeutung der Vitamin C Hochdosis. Seither gibt es eine Fülle wissenschaftlicher Arbeiten, die die Vorteile und breite Wirksamkeit einer Vitamin C Hochdosis belegen.

In dieser Übersicht stellen wir neben eigener, langjähriger Erfahrung mit der Hochdosis Vitamin C auch jüngste Publikationen vor, die die Wirksamkeit unterstreichen und zwar was

  • die Prävention von Infektionskrankheiten,
  • die Verbesserung der Endothelfunktion,
  • die Reduktion von tödlichen Herzattacken,
  • die gesunde Lebensverlängerung sowie
  • die Verlängerung der Überlebenszeit bei Krebs angeht.

2. Vitamin C supprimiert Zellschädigung und fördert Immunfunktion

Linus Pauling erkannte Vitamin C als bedeutendes wasserlösliches Antioxidans, das Proteine und Lipide vor den Sauerstoffradikalen schützt, die bei Infektionen, körperlicher Aktivität und anderen Stress-Situationen auftreten.1 Diese bedeutende Eigenschaft macht Vitamin C zu einem Stoff, der die Vitalfunktionen nachhaltig unterstützt. Durch seine antioxidative Wirkung erhöht Vitamin C z.B. die Lebensdauer von Immunzellen und reduziert gleichzeitig infektionsbedingte Zellschädigungen.2 Dies unterstützt die Möglichkeiten des Immunsystems, eine breite Palette von Infektionskrankheiten abzuwehren.

Die Forschung hat interessanterweise klar belegt, dass während eines Infekts die Vitamin C Konzentration in unseren weißen Blutkörperchen rasch abnimmt. Es ist belegt, dass die Supplementierung von Vitamin C zahlreiche wichtige Immunparameter verbessert. Daher ist eine Vitamin C Zufuhr während einer Erkältung bzw. Influenza vorteilhaft, da es die Fähigkeit der Immunzellen erhöht, pathogene Keime zu bekämpfen.3

3. Vitamin C hilft, Infekte zu vermeiden und sie zu bekämpfen

Vitamin C bewirkt nicht nur eine schnellere Überwindung von Infektionen, sondern kann auch solchen vorbeugen. Zahlreiche Studien belegen, dass dies ein Faktum ist, d.h. Vitamin C beugt Infekten nicht nur vor, sondern kann die Dauer einer Infektion abkürzen und Resistenzen gegen pathogene Keime deutlich reduzieren. So konnte gezeigt werden, dass sich Pneumonien bei Soldaten und Menschen, die eng auf kleinem Raum zusammenleben müssen, durch Vitamin C um bis zu 80 – 100% reduziert werden können.4

Eine ähnlich positive präventive Wirkung von Vitamin C konnte auch bei Kindern in Entwicklungsländern nachgewiesen werden. Sie sind ja bekanntlich für ernste und tödliche Infektionen sehr anfällig. Unter der Prämisse das Auftreten von Pneumonien, Malaria und infektiösem Durchfall zu reduzieren, wurde einer Risikogruppe bis zu 1000 mg Vitamin C zusammen mit dem Mineralstoff Zink appliziert.5 Das Ziel, die Zahl der Infektionen zu reduzieren,konnte erreicht werden, aber man fand darüber hinaus, dass Vitamin C nicht nur vorbeugt, sondern auch den Verlauf schon bestehender Infektionen deutlich verbessert.

Es ist damit gut belegt, dass Vitamin C die Fähigkeit bei diesen Kindern steigert, sich erfolgreich gegen gefährliche Keime zu wehren. Bei solchen Erkenntnissen ist es unerlässlich, dass Kinder eine ausreichende Menge Vitamin C erhalten, besonders in Zeiten erhöhter Infektanfälligkeit. Ich empfehle dann 200 – 1000 mg täglich oral. Herpes simplex kann zu rezidivierenden, schmerzhaften Läsionen an der Haut oder den Schleimhäuten führen. Höher dosiertes Vitamin C kann die Abheilung beschleunigen.6

Man muss feststellen, dass die Wirkung von Vitamin C bei Infekten, besonders bei Virusinfekten, sowohl von Ärzten als auch von Laien unterschätzt wird. Die umfangreiche positive Literatur ist den meisten nicht geläufig, daher wird Vitamin C auch häufig – wenn überhaupt dann in zu geringer Dosis eingesetzt.

3.1 Vitamin C sorgt für kontinuierlichen Elektronenfluss

Vitamin C ist einer der wichtigsten Stoffe, die dafür sorgen, dass ein kontinuierlicher und kräftiger Elektronenaustausch zwischen Geweben und Molekülen stattfindet. Vitamin C zeigt da eine oszillierende Form im Redoxsystem mit Ascorbinsäure, Ascorbat-Radikal und Dehydroxyascorbinsäure. Es beeinflusst dadurch eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen in praktisch allen Organen und Kompartimenten. Obwohl ein klassischer Scavenger, kann Vitamin C auch die Oxidation fördern, z.B. wenn es seine Elektronen an oxidationsfördernde Stoffe wie Eisen und Kupfer abgibt.

Sauerstoff hat eine Doppelfunktion als Energiespender über die Bildung von ATP entlang der Atmungskette, andererseits als Scavenger der dabei entstehenden Sauerstoffradikale. Vitamin C entfaltet seine Wirkung an der Zellmembran im Extrazellulärraum, synergistisch mit Tocopherolen. Die nicht enzymatischen Scavenger Vitamin C und E werden dabei selbst radikalisch und müssen von Beta Carotin und der Glutathionperoxidase reduziert werden. Damit spielt Vitamin C eine wesentliche Rolle für einen gesunden Elektronenfluss und damit für die zelluläre Kommunikation.

Leben und Gesundheit sind eng an einen ständig fließenden Elektronenfluss gebunden. Alle Körperfunktionen werden durch diese physiologische Elektrizität kontrolliert, dirigiert und reguliert. Darüber hinaus etabliert dieser ständige Elektronenfluss auch ein magnetisches Feld, das ebenfalls an der Erhaltung unserer Gesundheit beteiligt ist. Obwohl Vitamin C für den Ablauf vieler biochemischer Prozesse wichtig ist, ist seine Wirkung auf diesen kontinuierlichen Elektronenfluss am wichtigsten. Eine größere Menge Vitamin C im Organismus fördert den ständigen Elektronenfluss und damit eine gesunde Zellkommunikation.

Gesundheit liegt dann vor, wenn dieser Elektronenfluss sich ungestört entfalten und fließen kann. Krankheit liegt vor, wenn dieser Elektronenfluss empfindlich gestört ist und der Tod tritt dann ein, wenn die Elektronen nicht mehr fließen. Wenn also dieser Elektronenfluss in unserem Körper gestört ist, liegt immer ein höherer Bedarf für Vitamin C vor. Vitamin C Mangel ist häufig der Grund für eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Hohe Vitamin-C-Konzentrationen liegen vor allem in den endokrinen Organen wie Hypophyse, Nebennieren, aber auch im Nervensystem sowie den Immunorganen und –zellen vor.

Ein Grund für unsere längere Lebenserwartung ist unter anderem auch die bessere Versorgung mit Vitamin C, obwohl die Menschen in unserem Land immer noch weit von der optimalen Dosis entfernt sind. Menschen die regelmäßig eine solche optimale Vitamin C Dosis einnehmen, erfreuen sich besonders stabiler Gesundheit. Diese chronisch „Gesunden“ merken schon leichte Befindlichkeitsstörungen, besonders aber sich anbahnende Infekte bzw. Erkältungen und können diese durch eine erhöhte Vitamin C Einnahme beseitigen.

3.2 Vitamin C kann die Lebenserwartung deutlich verlängern

Die Wirkung Vitamin C auf

  • einen geregelten Elektronenfluss,
  • das Immunsystem,
  • die Abwehr von Infekten und seine
  • besonders protektive Wirkung auf das Herz-Kreislauf System

zeichnen sich bei regelmäßiger Einnahme verantwortlich für seine lebensverlängernde Wirkung. So konnte z.B. in einer Studie, an der mehr als 19.000 Teilnehmern zwischen 45 und 79Jahren teilnahmen, gezeigt werden, dass diejenigen mit dem niedrigsten Vitamin C Spiegel auch die höchste Sterblichkeit aufwiesen.7 So waren die Todesraten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Gruppe mit den höchsten Vitamin-C-Plasma-Spiegeln am niedrigsten.

Das galt übrigens auch bezogen auf das Alter, den Blutdruck, Diabetes, Rauchen und Cholesterin. Eine Erhöhung von Vitamin C, die nur etwa der Menge einer Mahlzeit mit Obst und Gemüse entsprach, senkte die Todesursache für alle oben genannten Krankheiten bereits um 20 %.

Ähnliche Ergebnisse zeigte auch eine Studie an der UCLA, an der 10,000 Menschen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren teilnahmen und die über 10 Jahre lief. Diejenigen, die 800 mg Vitamin C täglich einnahmen, lebten sechs Jahre länger als diejenigen, die nur 60 mg einnahmen.8 Auch hier zeigte sich, dass selbst wenn man andere Faktoren, die die Lebenszeit ungünstig beeinflussen, gesondert betrachtete wie z.B. Rauchen, Bildung und Herkunft, diejenigen die 800 mg Vitamin C einnahmen ein signifikant längere Überlebenszeit aufwiesen. Die regelmäßige Einnahme höherer Vitamin-C-Dosen reduzierte die Todesrate bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 42 % bei Männern und um 24 % bei Frauen.

Wenn arteriosklerotische Plaques (fettige Degeneration) der Arterienwände rupturieren, kann das fatale Folgen haben, einschließlich des akuten Todes durch Herzinfarkt. Tierversuche haben belegt, dass chronischer Vitamin-C-Mangel mit zu instabilen Plaqueformationen führen und damit zu erhöhten und lebensgefährlichen kardio-vaskulären Ereignissen.9 Auch das ist ein Hinweis auf die kardio-protektive Wirkung von hochdosiertem Vitamin C und wie es dazu beitragen kann, Leben und Gesundheit zu verlängern.

Unter höher dosierter Einnahme von Vitamin C konnten Infekte des oberen Respirationstraktes bei jungen Leuten schneller überwunden werden. Studenten, die über 6 Stunden lag stündlich 1000 mg Vitamin C einnahmen und danach 3 mal täglich, hatten in 86 % aller Fälle eine bemerkenswerte Reduktion ihrer Symptome im Vergleich zu denen, die nur Schmerz- und Hustenmittel eingenommen hatten.10

Natürlich sind die Vorteile einer schnelleren und besseren Heilung nicht nur auf Kinder und junge Erwachsenen begrenzt, auch ältere Patienten, die wegen einer Lungenentzündung und eitrigen Bronchitis hospitalisiert werden mussten, zeigten eine deutliche Besserung nach höheren Vitamin-C-Dosen.11 In einer Studie an Frauen mit unspezifischen vaginalen Entzündungen konnte gezeigt werden, dass die lokale Applikation von Vitamin C nicht nur zu einer schnelleren Reduktion der Symptome, sondern auch zu Reduktion der Bakterienzahl führte12.

Die Bedeutung von Vitamin C für die Infektabwehr konnte auch in einer Studie an Helicobacterpylori belegt werden. Eine Helicobacter-Infektion des Magens ruft Gastritis, Magenulcera und sogar Magenkrebs hervor.13 In einer epidemiologischen Studie, bei der chronisch höhere Dosen von Vitamin C eingenommen wurde, fand sich eine erstaunliche Reduktion an Magenkrebs von 90 %.14 Dies stützt die bisherigen Ergebnisse, dass eine Helicobacter-Infektion ein bedeutender Faktor für die Magenkrebsentstehung ist, aber offensichtlich nur, wenn die Vitamin-C-Spiegel niedrig sind, nicht jedoch, wenn sie erhöht sind.15 Doch Vitamin C schützt nicht nur vor dem Helicobacter oder einem Magenkrebs, sondern auch vor einer Vielzahl anderer gastro-intestinaler Erkrankungen bzw. Infektionen.

Vitamin C könnte auch eine bedeutende Rolle im globalen Krieg gegen die allgegenwärtige HIV-Infektion spielen.16 Laboruntersuchungen zeigen, dass HIV-infizierte Zellen besonders sensitiv gegen Vitamin C sind, in dem sie absterben, uninfizierte Immunzellen dagegen nicht.17 In anderen Laboruntersuchungen an Immunzellen konnte man zeigen, dass Vitamin C das Virus supprimieren.18 In einer klinischen Studie mit HIV Patienten konnte besonders bei fortgeschrittenen Stadien eine deutliche Verbesserung der Klinik und des Immunprofils erreicht werden, wenn die Patienten mit hohen Dosen Vitamin C und NAcetylcystein behandelt wurden.19

3.3 Der Mensch kann Vitamin C nicht selbst synthetisieren

Conney et al. konnten bereits 1961 zeigen, dass die meisten Tiere die Fähigkeit besitzen, ihr eigenes Vitamin C zu synthetisieren. So produziert die Ziege etwa 13 x mehr Vitamin C als Hund und Katze.20 Alle Wildtiere haben mindestens einen viermal höheren Wert als Haustiere. Ist dies die Erklärung, dass unsere Hunde und Katzen vermehrt menschenähnliche Erkrankungen entwickeln? Gewöhnlich produziert eine Ziege bis zu 13 Gramm Vitamin C pro Tag, unter Stressbedingen aber bis zu 100 Gramm. Nur der Mensch, Primaten und Meerschweinchen können kein eigenes Vitamin C herstellen.

Der spezifische Gen-Defekt, der uns keine Vitamin-C-Synthese ermöglicht, besteht in einem fehlenden Enzym, bekannt als L- Gulonolaktone Oxidase (GLO). Es ist das letzte in einer Sequenz von Leberenzymen, die Glucose in Vitamin C transformieren. Interessanterweise haben wir das GLO Genom bzw. deren Sequenz codierende DNS.21 Aber aus unerklärlichen Gründen wird dieses Segment nicht „ übersetzt“. Das bedeutet, dass das Rezept für Vitamin C liegt vorliegt, es wird aber nicht gebildet. Das sind sicher interessante Aspekte für Genforscher. Falls man die Vitamin-C-Synthese eines Tages „anschalten“könnte, würde das für uns einen erheblichen Gewinn an Gesundheit bedeuten. Meerschweinchen, denen GLO-reiche Nahrung verfüttert wurde, konnten eine Vitamin C arme Diät überleben und waren resistenter gegen Infektionen.

4. Vitamin C unterstützt die endotheliale Funktion und schützt das Herz

Vitamin C ist aber nicht nur bei Infektionen nützlich und kann auch nicht nur das Immunsystem stärken. Es verfügt zudem auch noch über andere Fähigkeiten, mit denen es eine optimale Gesundheit unterstützen und fördern kann.

Zwischenzeitlich ist die enge Verknüpfung von Vitamin C mit der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen, Deutschlands Erkrankung Nr. 1, in den Mittelpunkt gerückt. Vitamin C schützt vor endothelialer Dysfunktion und vor der gefährlichen Lipidoxidation im Blut. Bei der endothelialen Dysfunktion werden die Gefäßwände steifer und sind weniger fähig,sich zu dillatieren, so dass der Blutfluss bei Bedarf nicht adäquat gesteigert werden kann. Dies ist mittlerweile Gegenstand vieler Studien.

Während erhöhte Spiegel des Aminosäuremetaboliten Homocystein die endotheliale Dysfunktion verstärken, können 1000 mg Vitamin C täglich über eine Woche den oxidativen Stress dramatisch reduzieren und so das empfindliche Gefäßendothel vor dem zerstörenden Effekt des erhöhten Homocysteins bewahren.22

Fette Mahlzeiten können bis zu vier Stunden lang die normale endotheliale Funktion stören. Mit der gleichzeitigen Einnahme von Vitamin C und E kann dieser negative Effekt verhindert werden.23 Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass Vitamin C den oxidativen Stress reduziert und die endotheliale Funktion entscheidend verbessert.24

In einer klinischen Studie mit Patienten mit koronarer Herzerkrankung konnte gezeigt werden, dass Vitamin C die Wirkung koronar erweiternder Substanzen positiv unterstützen kann25.

Raucher haben sehr oft ein drastisch geschädigtes Endothel. Vitamin C konnte bei ihnen sehr gute Wirkung zeigen. In einer Studie erhielten Raucher 2000 mg Vitamin C und zeigten daraufhin eine eindrucksvolle Reduktion um 59 % der mit einer endothelialen Dysfunktion vergesellschafteten Symptomatik.26 In einer ähnlichen Studie konnte man sowohl mit Kurzzeit als auch mit Langzeit-Vitamin-C-Infusionen eine signifikante Verbesserung des Blutflusses in den Koronarien und damit eine bessere Versorgung des Herzmuskels bei Rauchern erreichen.27 In dieser Studie konnte auch gezeigt werden, dass die Langzeit-Vitamin-C-Infusion die Myocardversorgung bei Hypertonikern verbessert.28

4.1 Wie schützt Vitamin C die Endothelzellen?

Obwohl der genaue Mechanismus nicht bekannt ist, geht man davon aus, dass Vitamin C ein Enzym aktiviert, das den oxidativen Stress reduziert und so zur Verbesserung der endothelialen Dysfunktion beiträgt.29

5. Vitamin C reduziert das Risiko für koronare Herzerkrankung

Viele Studien zeigen, dass Vitamin C vor koronarer Herzerkrankung schützt. In einer solchen Studie hatten Männer in der höchsten Perzentile ein um 66 % niedrigeres Risiko, eine koronare Herzerkrankung zu bekommen, als die in der niedrigsten Perzentile.30 Dieses Ergebnis ist auch deshalb bemerkenswert, da einige der untersuchten Männer Raucher waren.

In einer Metaanalyse, deren Teilnehmer über 10 Jahre verfolgt werden konnten und deren tägliche Vitamin-C-Einnahme 700 mg betrug, konnte gezeigt werden, dass hierdurch das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 25% reduziert werden konnte.31

Die größte Studie zu diesem Thema wurde von Havard durchgeführt. 3.185.000 Frauen nahmen teil und konnten über 16 Jahre verfolgt werden. Eine der wichtigsten Befunde war, dass die Frauen, die Vitamin C substituierten, besser abschnitten als diejenigen, die versucht hatten, ihr Vitamin C aus natürlichen Ressourcen zu decken.

5.1 Vitamin-C-Status eng verbunden mit dem Risiko für Herzinfarkt

Ein optimaler Vitamin-C-Status schützt nicht nur vor koronarer Herzerkrankung, sonder nreduziert auch tödlich endende Herzinfarkte. In einer finnischen Studie mit Männern im mittleren Alter hatten diejenigen mit dem höchsten Vitamin-C-Spiegel eine um 3,5fach reduzierte Herzinfarktrate im Vergleich zu denen mit den niedrigsten Vitamin-C-Spiegeln.32 Dies veranlasste offizielle Stellen, Vitamin C als Herzinfarkt Prophylaxe bei niedrigen Vitamin-C-Spiegeln vorzuschlagen.

In einer anderen Studie hatten Teilnehmer mit der höchsten Vitamin-C-Einnahme die geringste Herzinfarktrate. In einer britischen Untersuchung wurde herausgefunden, dass Patienten mit einem akuten Herzinfarkt signifikant niedrigere Vitamin-C-Spiegel hatten als vergleichbare Gesunde.33

Einen optimalen Vitamin C Spiegel aufrecht zu erhalten ist daher der bestmöglichste Schutz vor einem tödlichen Herzinfarkt.

5.2 Vitamin C reduziert den Schaden, der durch einen Herzinfarkt verursacht wird

Neben der präventiven Wirkung für Herzattacken kann Vitamin C auch den Schaden am Herzmuskel reduzieren und weiteren Ereignissen vorbeugen. So verringerte in einer großen Studie eine Supplementierung mit 1200 mg Vitamin C und 600 mg Vitamin E täglich innerhalb eines Monats andere schwere Komplikationen um 20 %.34 Es ist anzunehmen, dass beide Vitamine die schädliche Wirkung von Sauerstoffradikalen auf das Myocard abmildern.

Nach einem akuten Herzinfarkt kommt es häufig zum Auftreten einer Herzinsuffizienz mit einem gefährlich niedrigem Blutdruck, dem sog. kardiogenen Schock.

Die Blutspiegel von Vitamin C und andere Antioxidantien sind während eines kardiogenen Schocks deutlich vermindert. Dies ist ein Hinweis auf einen erhöhten Verbrauch des Herzmuskels, um dem oxidativen Schaden entgegen zu wirken.35 Der Verbrauch von Antioxidantien, Vitamin C eingeschlossen, während des kardiogenen Schocks ist verbunden mit einem verminderten Blutfluss in den Koronarien.36

Die Behandlung mit Vitamin C allein oder auch in Kombination mit Vitamin E kann Komplikationen und den Verlauf einer akuten Herzattacke günstig beeinflussen. Vitamin C hat in dieser Situation mehrere Vorteile. Es kann z.B. zu einer Verbesserung der elektrischen Leitung durch den Herzmuskel beitragen und die Blutgerinnung so zu verändern, dass keine Thromben entstehen und das Risiko für das Auftreten eines Apoplex reduziert wird.37

Vitamin C trägt auch dazu bei, die Toleranz für körperliche Belastung nach einer akuten Herzattacke zu verbessern.38 2000 mg Vitamin C vor körperlichem Training verbessert den Trainingseffekt nachhaltig. Vitamin C hilft nämlich auch, den oxidativen Stress nach Herzinfarkt auf das sympathische Nervensystem abzumildern. Auch Reperfusionsschäden nach Herzinfarkt werden durch Vitamin C reduziert.39 Auch bei Vorhofflimmern und dilatativer Kardiomyopathie hat sich Vitamin C als vorteilhaft erwiesen.40

5.5 Vitamin C und Herzfrequenz

Viele Menschen haben rezidivierend Vorhofflimmern oder Herzrhythmusstörungen mit der Gefahr eines Apoplexes. Neben anderen Ursachen spielt der oxidative Stress bei dieser Störung eine wichtige Rolle. Es lag daher nahe, Antioxidantien therapeutisch einzusetzen. Erstaunliche präliminäre Studienergebnisse zeigen, dass Vitamin C hier hilfreich sein kann, wahrscheinlich durch seine antioxidative Wirkung.41

5.6 Vitamin C reduziert die Gefahren erhöhter Blutlipide

Es ist allgemein anerkannt, dass erhöhte Wert des LDL-Cholesterins (low density lipoprotein)mit einem erhöhten koronaren Risiko einhergeht. Die chemische Beschaffenheit dieser Lipide ist für das Risiko verantwortlich. Die LDL-Oxidation erhöht das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um das 14-fache, besonders bei Patienten über 60 Jahre.42 Labortests haben ergeben, dass die regelmäßig Einnahme von Vitamin C die Lipidperoxidation reduzieren kann und damit das Risiko einer Herz- und Gefäßerkrankung reduziert.43 Eine andere Untersuchung hat gezeigt, dass Vitamin C hierbei effektiver ist als andere Antioxidantien.44 Auch in Tierversuchen konnte noch einmal bestätigt werden, dass ein Vitamin-C-Mangel mit erhöhten Cholesterinwerten assoziiert ist; hohe Vitamin C Werte dagegen mit einem erhöhten Abbau.

Obwohl in Tierversuchen gezeigt werden konnte, dass Vitamin C den Cholesterinspiegel senkt, sind aber weitere Untersuchungen notwendig, ob dies auch so beim Menschen gilt.45 Eine Studie aus dem Jahr 2005 konnte belegen, dass Vitamin C ähnlich wie die Cholesterin senkenden Statine Rezeptoren inaktiviert, die an entzündlichen Veränderungen in der Gefäßwand beteiligt sind. Diese Veränderungen triggern die Bildung von arteriosklerotischen Plaques. Vitamin C verfügt damit über ähnliche Mechanismen wie Statine, die weiter untersucht werden sollten.46

In ergänzenden Untersuchungen, bei denen Extrakte aus Zitrusfrüchten zusammen mit Vitamin C verabreicht wurden, war die Wirkung deutlich gesteigert, was die Unterdrückung Lipidoxidation, die Förderung eines gesunden Fettstoffwechsels bzw. Lipidprofile anbetraf. Die Extrakte aus Zitrusfrüchten sind nicht nur reich an Vitamin C, sondern enthalten auch reichlich gesundheitsfördernde Substanzen wie z. B. Flavonoide. Die Kombination kann daher gesundheitsfördernder hinsichtlich kardio-vaskulärer Erkrankungen sein47.

6.0 Vitamin C in der Onkologie auf dem Wege zur evidenzbasierten Medizin

Vitamin C ist epidemiologisch mit einer geringeren Inzidenz von Oesophagus-, Larynx-, Pharynx-, Pankreas-, Magen-, Kolon-, Rektum-, Mamma- und Zervix-Karzinomen. Die Prävention dieser Malignome erfolgt physiologisch über die Stimulation des Cytochrom-p450-Systems, Inhibierung der Nitrosaminbildung und Förderung der Immunabwehr. Vitamin C hat das Potential einer chemotherapeutisch wirksamen Substanz. Im Gegensatz zu den üblichen Zytostatika hat es aber kaum Nebenwirkungen und zudem noch gesundheitsfördernde Aspekte, wie die Anregung der Kollagenproduktion und Immunfunktion.

Vitamin C wirkt vorzugsweise auf Tumorzellen toxisch. Es tötet Tumorzellen ab, bevor e snormale Zellen tötet. Bereits 1969 vermuteten Benade et al. als Ursache hierfür einen relativen Katalasemangel der Tumorzellen.48 Alpha-Liponsäure verstärkt den cytotoxischen Effekt von Vitamin C.

Klinische Erfahrungen mit hoch dosiertem i.v. verabreichtem Vitamin C verliefen meist sehrpositiv. Die Ansprechraten werden erhöht und die Überlebenszeit verlängert.49 Vitamin C hat auch positive Effekte bei Krebs auf die Knochengesundheit.50

7.0 Vitamin C bei anderen Krankheiten.

Nierenschäden sind häufig, bleiben oft unentdeckt und können zu einem permanenten Nierenschaden mit Behinderung der glomerulären Filtrationsrate führen. Vitamin C kann hier vorbeugend eingesetzt werden, auch wegen des positiven Einflusses auf die Gefäße. Dies ist besonders wichtig für Diabetiker.51

Asthma hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch bei Asthma hat man Vitamin-C-Mangel festgestellt, hier kann die Vitamin-C-Substitution nützlich sei.n52

Ein weiterer Benefit von Vitamin C besteht in seiner Fähigkeit, die Knochendichte zu erhöhen. Eine Ernährung reich an Obst und Vitamin C führt sowohl bei Jungen als auch bei Alten zu einer höheren Knochendichte.53 Diese Befunde unterstützen frühere Befunde,dass Vitamin C die Knochenbildung positiv beeinflusst und dass eine regelmäßige Vitamin C Einnahme von Jugend an einer Osteoporose im Alter vorbeugt.54

8.0 Zusammenfassung

Es gibt zwischenzeitlich klare Erkenntnisse, die eine gesundheitsfördernde Wirkung von Vitamin C belegen. Es hat nicht nur positive Wirkung bei Infektionen, kardio-vaskulären Erkrankungen und Krebs, sondern es unterstützt auch das Immunsystem, die Knochen und die Kollagenproduktion.

Provokativ anmutende neuere Untersuchungen unterstreichen nicht nur signifikant die präventive Fähigkeit von Vitamin C bezüglich koronarer Herzerkrankung, sondern auch seine Fähigkeit, die Überlebenszeit zu verlängern und die Komplikationen nach kardialen Ereignissen zu verringern. Darüber hinaus ist Vitamin C als potentes Antioxidans in der Lage, die Blutgefäße vor Arteriosklerose zu schützen. Hohe Vitamin-C-Spiegel im Serum und Gewebe stehen nicht nur für ein längeres und gesundes Leben, sondern auch für eine längere kardio-vaskuläre Gesundheit. Klinische Anwendungen in der Onkologie konnten bei terminalen Patienten nicht nur ein gutes Ansprechen, sondern auch eine Verlängerung des Überlebens und eine Verbesserung der Lebensqualität belegen.

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Autor

Dr. med. Friedrich Douwes, Klinik St. Georg, Rosenheimerstr.6-8, 83043 Bad Aibling, E-Mail: info(a)klinik-st-georg.de

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Anmerkungen

  1. Literatur 1 – 3
  2. Literatur 4 – 7
  3. Literatur 8
  4. Literatur 9
  5. Literatur 8
  6. Literatur 52
  7. Literatur 15
  8. Literatur 16
  9. Literatur 17
  10. Literatur 10
  11. Literatur 11
  12. Literatur 12
  13. Literatur 13
  14. Literatur 14
  15. Literatur 18
  16. Literatur 19 – 21
  17. Literatur 21
  18. Literatur 19
  19. Literatur 20
  20. Literatur 74
  21. Nishikimi et al. 1988
  22. Literatur 22
  23. Literatur 23
  24. Literatur 24
  25. Literatur 25
  26. Literatur 26
  27. Literatur 27
  28. Literatur 27
  29. Literatur 28
  30. Literatur 29
  31. Literatur 30
  32. Literatur 32
  33. Literatur 34
  34. Literatur 35
  35. Literatur 36
  36. Literatur 37
  37. Literatur 38, 39, 40
  38. Literatur 41
  39. Literatur 42, 43 – 46
  40. Literatur 54 – 57, 58 – 61
  41. Literatur 53
  42. Literatur 62
  43. Literatur 63, 64
  44. Literatur 65
  45. Literatur 66 – 68
  46. Literatur 69
  47. Literatur 70
  48. Literatur 71
  49. Literatur 47
  50. Literatur 72, 73
  51. Literatur 48
  52. Literatur 49
  53. Literatur 50
  54. Literatur 51